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Blog und Neuigkeiten

 

 

 

Herzlich Willkommen auf meinem Blog!

Ich freue mich darauf, mit Ihnen/ mit Euch persönliche Gedanken, Anregungen und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um das Thema Jugendcoaching für Jugendliche und Eltern auszutauschen und Neuigkeiten sowie Ankündigungen zu Seminaren und Workshops zu veröffentlichen.

Für Fragen, Kritik und Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung:

Mag.a Barbara Grütze (geb. Barbara Walter)
Jugendcoach für Jugendliche und Eltern
Tel.: +43 664 25 10 298
beratung@dein-jugendcoach.at

 

 

Info: Babypause 27. März 2019 – Frühjahr 2020
 

Mit 27. März 2019 verabschiede ich mich bis voraussichtlich Frühjahr 2020 in die Babypause, um mich in dieser Zeit voll und ganz meiner kleinen Familie widmen zu können.
 

Ich freue mich schon jetzt darauf, Ihnen/euch nach meiner Karenz wieder für Eltern-, Familien- und Jugendberatungen zur Verfügung zu stehen.
 

Über Seminare und Workshops im Bereich Elternbildung informiere ich zeitnah auf meiner Website.
 

Alles Liebe,

Barbara Grütze

 

 

 
 

Kinder begleiten: Medienkompetenz schulen - Impulsvortrag

Freitag, 25. Januar 2019 in der VHS Landstraße
Montag, 11. März 2019 in der VHS Groß-Enzersdorf


WhatsApp, Snapchat, Instagram & Co. - In diesem Workshop lernt ihr, wie ihr eure Kinder und Jugendlichen dabei begleitet, Medien verantwortungsbewusst, kritisch, und kreativ zu nutzen.

Wann?
Freitag, 25. Januar 2019, 16.00 - 18.00 Uhr in der VHS Landstraße
Montag, 11. März 2019, 18.00 - 20.00 Uhr in der VHS Groß-Enzersdorf

Wo?
VHS Landstraße
Hainburger Straße 29, 1030 Wien
bzw.
VHS Groß-Enzersdorf
Heimatmuseum Groß-Enzersdorf
Rathausstraße 5, 2301 Groß-Enzersdorf

Kursentgelt
€ 8,- pro Teilnehmer_in in der VHS Landstraße
€15,- pro Teilnehmer_in in der VHS Groß-Enzersdorf

Anmeldung und Information:
vhs@gross-enzersdorf.gv.at (VHS Groß-Enzersdorf)
bzw. online im Kursprogramm der VHS Landstraße: https://www.vhs.at/de/k/273454959

 


 

Achtsam durch die „Trotzphase“ - Ein Impulsseminar für Eltern

Montag, 18. März 2019

In diesem Impulsseminar erfahrt ihr mehr über die Wichtigkeit dieser Autonomiephase, der sogenannten „Trotzphase“, und über einen achtsamen Umgang mit Emotionen - sowohl mit denen den Kindes, als auch mit den eigenen. Es geht um ein liebevolles „nein“, um das wahr- und ernstnehmen von Bedürfnissen und um das Kennenlernen, um die Begegnung mit diesem kleinen Wesen, das gerade zu einem eigenständigen Menschen mit eigenen Wünschen, Ideen und Emotionen heranwächst. 

Wann?
Montag, 18. März 2019, von 18.00 - 20.00 Uhr 

Wo?
VHS Groß-Enzersdorf
Heimatmuseum Groß-Enzersdorf
Rathausstraße 5, 2301 Groß-Enzersdorf

Kursentgelt
€ 15,- pro Teilnehmer_in 

Anmeldung unter:
vhs@gross-enzersdorf.gv.at

 


 

Achtsam durch die „Pubertät“ - Elternworkshop

Montag, 4. März 2019

Euer Kind testet Grenzen aus, vergisst höfliche Umgangsformen, zieht sich zurück, hört "seltsame" Musik, trifft sich mit neuen Freunden und die gesamte Kommunikation besteht aus einzelnen Wörtern, die ihr ihm aus der Nase ziehen müsst…. das ist anstrengend – für alle Beteiligten. Doch worum geht’s dabei wirklich? Was passiert da gerade in eurem Kind? Und wieso ist diese Phase so wichtig? 
In diesem Workshop geht es um einen wertschätzenden Blick auf die Entwicklungsphase Pubertät. Ihr bekommt dabei wertvolle „Werkzeuge“ in die Hand, um diese Phase gut miteinander gut zu meisten. Mit praktischen Übungen aus dem Psychodrama dürft ihr dabei auch einmal beherzt die Rollen tauschen und für euch „nachspüren“.

Wann?
Montag, 4. März 2019, 18.00 - 21.00 Uhr 
 
Wo?
VHS Groß-Enzersdorf
Heimatmuseum Groß-Enzersdorf
Rathausstraße 5, 2301 Groß-Enzersdorf
 
Preis
€ 15,- pro Teilnehmer_in
 
Anmeldung unter:
vhs@gross-enzersdorf.gv.at



 

Beziehung vor Erziehung - Elternworkshop

Montag, 25. März 2019 

In Beziehung gehen - das heißt, unser Kind als vollwertigen Menschen zu akzeptieren, zu lieben, so wie es ist. Beziehung heißt authentisch sein, Vertrauen in unser Kind setzen. Das ist ganz sicher immer nicht leicht, aber eine Chance, gemeinsam zu wachsen! 
Dieser Impulsvortrag bietet die Möglichkeit, sich mit Er-ziehung und Be-ziehung auseinanderzusetzen und hinzuschauen: Was ist mir eigentlich wichtig? Was ist uns als Familie wichtig?  

Wann?
Montag, 25. März 2019, 19.00 - 21.00 Uhr 

Wo?
Volkshochschule Strasshof
Schönkirchner-Straße 3, 2231 Strasshof an der Nordbahn

Kursentgelt
€ 20,- pro Teilnehmer_in

Anmeldung unter: office@vhs-strasshof.at

 

 
 

Ich freue mich über meinen ersten Fachartikel im WKO-Magazin der Lebens- und Sozialberatung "Lebe", Ausgabe 02, erschienen im Dezember 2018: "Wachsen im Spielen" über die Potenziale des Theaterspielens in der Beratung (und umgekehrt).

 



 

 
 

Neue Medien – Kinder begleiten und Medienkompetenz schulen
 

Impulsvortrag für Erwachsene

Montag, 15. Oktober 2018 in der Volkshochschule Groß-Enzersdorf und am
Montag, 12. November 2018 in der Volkshochschule Penzing

Wie kann ich meine Kinder dabei unterstützen, Medien verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ zu nutzen? Wie gelingt es mir, sinnvolle Grenzen zu setzen? Ist es notwendig Computer-, Handy- und Fernsehzeit zu beschränken?
Im Anschluss an den Impulsvortrag gibt es Gelegenheit, Meinungen und Erfahrungen auszutauschen.

Wann?
Montag, 15. Oktober 2018
18.00 - 20.00 Uhr (Neue Mittelschule Groß-Enzersdorf, 2301 Groß-Enzersdorf, Schießstattring 2)

Montag, 12. November 2018 18.30 - 20.30 Uhr (Volkshochschule Penzing, Hütteldorfer Straße 112, 1140 Wien)

Kursentgelt
€ 15,- pro Teilnehmer_in in Groß-Enzersdorf
€ 8,- pro Teilnehmer_in in Penzing

Information und Anmeldung:
Groß-Enzersdorf: vhs@gross-enzersdorf.gv.at
Penzing: www.vhs.at/de/k/276458224


 

Achtsam durch die „Trotzphase" – Ein Impulsseminar für Eltern

19.Oktober 2018

In diesem Impulsseminar erfahrt ihr mehr über die Wichtigkeit dieser ersten Autonomiephase, der sogenannten „Trotzphase" und über einen achtsamen Umgang mit Emotionen – sowohl mit denen eurer Kinder, als auch mit euren eigenen. Es geht um ein liebevolles, aber klares „nein", um das wahr- und ernstnehmen von Bedürfnissen und um das Kennenlernen, um die Begegnung mit diesem kleinen Wesen, das gerade zu einem eigenständigen Menschen mit eigenen Wünschen, Ideen und Emotionen heranwächst.
Am Ende des Seminars gibt es Raum und Zeit für persönliche Fragen, Erfahrungsaustausch und anregende Diskussionen.

Wann?
Freitag, 19.10.2018
16.00-18.00 Uhr

Wo?
Volkshochschule Strasshof
Schönkirchner-Straße 3, 2231 Strasshof an der Nordbahn

Kursentgelt
€ 20,- pro Teilnehmer_in

Weitere Information und die Möglichkeit zur Anmeldung findet ihr unter:
https://www.vhs-strasshof.at/produkt/achtsam-durch-die-trotzphase-ein-impulsseminar-fuer-eltern/


 

Beziehung statt Erziehung - Impulsseminar

Montag, 26. November 2018

In Beziehung gehen – das heißt, unser Kind als vollwertigen Menschen akzeptieren, authentisch sein, auf das Kind eingehen, Vertrauen in es setzen und gemeinsam wachsen. Dieser Impulsvortrag bietet die Möglichkeit, sich mit den Ansätzen „Erziehung" und „Beziehung" auseinanderzusetzen und hinzuschauen: Was ist mir eigentlich wichtig? Was ist meinen Kindern wichtig? Was ist uns als Familie wichtig? Und wie kann ich das erreichen, ohne gezielt zu er-ziehen?

Wann?
Montag, 26. November 2018
18.30 – 21.00 Uhr

Wo?
Bildungszentrum Floridsdorf Zaunscherbgasse 4, 1210 Wien

Kursentgelt
€ 15,- pro Teilnehmer_in

Information & Anmeldung: Tel. 01/51 552-5108 oder bildungszentrum@bildungswerk.at

 

 
 

Impulsseminar: „Wir wissen mehr über ... Pubertät“

 

27. Mai 2018 10:00 - 11:30 Uhr

mit Barbara Grütze
 

TRESOR, Esslinger Hauptstraße 66

Kostenloses Angebot im Rahmen der Initiative „Wir wissen mehr über…“

In diesem Impulsvortrag möchte ich Euch/ Ihnen einen anderen Blickwinkel auf die Pubertät geben und einen Raum für Austausch bieten. Um was geht es eigentlich in der Pubertät? Was passiert da gerade in Eurem Teenager? Warum ist diese Phase so schwer – aber auch wichtig und wertvoll?
Und vor allem: Wie könnt Ihr Euer/ können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, gut durch diese Phase zu kommen und gemeinsam mit ihm an der Pubertät wachsen.
 

Dem Impulsvortrag folgen Raum und Zeit für Fragen, persönliche Erfahrungen und Austausch.
 

Anmeldung per E-Mail an info@treffpunktessling.at oder telefonisch unter 01-774 12 87

Link zum Seminar: https://www.treffpunktessling.at/events/wwmu-pubertaet/

 

 

 

Zivilcourage/Theater: Gemeinsam stark

 

Zivilcourage-Workshop für Kinder von 11–14 Jahren Volkshochschule Penzing

 

Sa, 21. April 2018
 

Gemeinsam helfen, mutig und füreinander da sein, einschreiten, etwas tun - aber wie? Mit Übungen und Spielen aus dem Theaterbereich stärken wir nachhaltig unsere Zivilcourage. Wir schlüpfen in die Rolle von mutigen HelferInnen und finden heraus, wie du richtig reagieren kannst und was es braucht, um Hilfe zu leisten. Im Anschluss diskutieren wir gemeinsam Ergebnisse, Fragen und Meinungen und gehen Vorurteilen gehörig auf den Grund. Ein spannender Kurs für alle, die gerne helfen wollen und herausfinden möchten, wie.
 

Wann?
Sa, 21.04.2018, 10.00-13.00 Uhr
 

Wo?
Volkshochschule Penzing,
Hütteldorferstraße 112
1140 Wien
 

Kursbeitrag
€ 17,10 pro Kind
 

Information & Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/276420717

 


 

Neue Medien - Kinder begleiten und Medienkompetenz schulen

 

Impulsvortrag für Erwachsene Volkshochschule Groß-Enzersdorf

 

Mo, 23. April 2018
 

In diesem Impulsvortrag lernen Sie, wie Sie Ihre Kinder dabei unterstützen können, Medien verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ zu nutzen. Wie gelingt es mir, sinnvolle Grenzen zu setzen? Ist es notwendig Computer-, Handy– und Fernsehzeit zu beschränken? Im Anschluss gibt es Gelegenheit Meinungen und Erfahrungen auszutauschen.
 

Wann?
Mo, 23.04.2018, 18.00-20.00
 

Wo?
Polytechnische Schule Groß-Enzersdorf Schießstatt-Ring 2
2301 Groß-Enzersdorf
 

Preis
€ 15 pro Person
 

Information & Anmeldung unter: https://www.vhs-grossenzersdorf.at/kursprogramm-ss2018/ oder per E-Mail an: office@vhs-grossenzersdorf.at

 


 

Achtsam durch die Trotzphase

 

Ein Impulsseminar für Eltern Bildungszentrum Floridsdorf

Montag, 7. Mai 2018

Wenn das Lieblingswort Ihres Kindes „nein“ heißt, wenn es alles selber machen möchte und sehr schnell sehr wütend werden kann, wenn ihm etwas gegen den Strich geht, dann ist das oft eine Herausforderung für Eltern und für das gemeinsame Familienleben. In diesem Impulsseminar erfahren Sie mehr über die Wichtigkeit dieser Autonomiephase, der sogenannten „Trotzphase“, und über einen achtsamen Umgang mit Emotionen – sowohl mit denen Ihres Kindes, als auch mit Ihren eigenen. Es geht um ein liebevolles „nein“, um das wahr- und Ernstnehmen von Bedürfnissen, um das Kennenlernen und um die Begegnung mit diesem kleinen Wesen, das gerade zu einem eigenständigen Menschen mit eigenen Wünschen, Ideen und Emotionen heranwächst.

Wann?
Mo, 07.05.2018, 18.30-20.30

Wo?
Zaunscherbgasse 4
1210 Wien

Preis
€ 15 pro Person

Information & Anmeldung: Tel. 01/51 552-5108 oder bildungszentrum@bildungswerk.at

 

 
 

Workshop für Volks- und UnterstufenschülerInnen

 

Lese- Schreibwerkstatt

 

4. Januar und 8. Februar 2018:     Der Pauker – Brunn am Gebirge

 

In diesem Workshop lernen Kinder spielend, sinnerfassend zu lesen und schreiben. Mit Übungen aus dem Bereich der Theaterpädagogik wecken wir Fantasie und die Freude am Geschichten erfinden -  die Basis für das Schreiben von Geschichten und das Interesse, ebensolche zu lesen.


Wann?

4. Januar 2018
9:00 - 11:00 Volksschule
11:00 - 13:00 UnterstufenschülerInnen

 


8. Februar 2018
15:00 - 17:00 VolksschülerInnen
17:00-19:00 UnterstufenschülerInnen

Die beiden Termine sind unabhängig voneinander buchbar.


Wo?
Der Pauker
Am Platengrund 7E, A-2345 Brunn
 
Kursbeitrag
€ 45,- pro Kind und Workshop
 
 

Anmeldung

VolksschülerInnen: 

4. Januar:  https://www.derpauker.at/veranstaltungen/lese-schreibwerkstatt-vs-1218/

8. Februar: https://www.derpauker.at/veranstaltungen/lese-schreibwerkstatt-vs-0218/

 

UnterstufenschülerInnen: 

4. Januar:  https://www.derpauker.at/veranstaltungen/lese-schreibwerkstatt-ust-1218/

8. Februar https://www.derpauker.at/veranstaltungen/lese-schreibwerkstatt-ust-0218/

 

Oder per E-Mail: info@derpauker.at
 

 


 

Wut ist immer eine Botschaft

 

 

 

Was tun, wenn das Kind wütend ist?
 

 

 

Was ist überhaupt „Wut?“

Wut ist zunächst einmal eine Emotion. Eine, die man in unserer Gesellschaft so gar nicht schätzt. Sie ist heftig, unkontrolliert, lässt uns die Fassung verlieren. Wir haben vielleicht Angst, mit unserer Wut lächerlich zu wirken, oder, dass sie nicht „gerechtfertigt“ sein könnte (wer auch immer dieses objektive Urteil fällt). Erwachsene und „gut erzogene“ Kinder haben ihre Wut gefälligst zu schlucken, oder überhaupt gar nicht erst zu empfinden. Wir wollen nicht wütend sein auf die Freundin, auf unseren Partner, auf unsere Kinder. Und sind es doch. Und ich kann euch sagen: wir sind es ganz sicher aus einem gutem Grund - und Hinsehen lohnt sich!

Wut ist immer eine Botschaft

Wut ist eine sehr wert-volle Emotion. Sie zeigt uns: „He, da stimmt etwas nicht! Etwas, das mir sehr wichtig ist, läuft gerade nicht so, wie ich es möchte. So will ich das nicht!“ – Ein wichtiges, richtungsweisendes Statement für uns!

 

 

 

Fotocredit: Pixabay

Wut sucht Beziehung.
Wut will aufrütteln. Wut ist beziehungssuchend. Beobachtet das mal, wenn ihr wütend seid: Was wollt ihr in dieser Situation wirklich? Worum geht’s wirklich? Oft geht es um die Zuwendung, darum, gehört, verstanden, gesehen zu werden.

Kindern, die wütend sind, geht es genauso. Ihr kleiner „Mitarbeiter“ oder ihre „Mitarbeiterin“ geben ihnen das Signal: „Ich will das so nicht!“. Zum Beispiel: „Ich will noch nicht vom Spielplatz nach Hause gehen!“. Kinder zeigen ihre Emotionen noch viel echter, sie sind wütend und beginnen zu schreien oder, aus Hilflosigkeit, weil die passenden Worte fehlen, sogar um sich zu treten oder zu hauen.
 

Um sich treten, hauen, sich wehren sind oft Ausdrücke von Hilflosigkeit
Es fehlen ihnen die Worte, um sich auszudrücken. Das ist frustrierend: Denkt doch nur an die letzte Situation, in der ihr jemanden etwas Wichtiges erklären wolltet und er / sie versteht es einfach nicht, weil man selbst vielleicht nicht die richtigen Worte findet oder aneinander vorbeiredet. Schrecklich!
 

Zurück zu unserem Beispiel mit dem Spielplatz. Jetzt gibt es zwei Optionen:
 

1. Es ist den Eltern unangenehm, dass das Kind am Spielplatz schreit und tritt und sich wehrt. – Verständlich! Sie schimpfen mit dem Kind, weil es sich nicht so benehmen darf, sie spielen vielleicht aus Hilflosigkeit ihre Macht aus, drohen mit Verboten, mit „Konsequenzen“, um das Kind zum Gehen zu bewegen. Das wird wahrscheinlich auch funktionieren, aber: Was passiert dabei? Das Kind lernt: meine Wut, meine Emotion ist irgendwie falsch (ich bin falsch?), ich darf sie nicht haben, sonst schreien meine Eltern mit mir und ich werde bestraft.
 

Wer aber nicht mehr wütend ist, hat resigniert. Denn Wut ist die Alternative zur Resignation. Wut ist also wichtig! Für euer wütendes Kind gibt es etwas, um das es sich zu kämpfen lohnt!
 

2. Option: Diese beginnt damit, dass die Eltern akzeptieren, dass ihr Kind wütend ist, und dass das in Ordnung ist. Das ist schwierig, weil die meisten von uns anders aufgewachsen sind, weil man den Blicken und Meinungen anderer Eltern standhalten muss, weil man vielleicht ohnehin müde, erschöpft, gestresst ist. Aber es zahlt sich aus!

Denn wenn die Eltern akzeptieren, dass ihr Kind wütend ist, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie sie reagieren, ihr Kind in seiner Wut abholen und mit ihm in Beziehung treten können.

Wichtig: Es gibt hier kein Patentrezept für den Umgang mit der Wut, das auf jede Situation und jedes Kind zu übertragen ist! Deswegen nenne ich einfach ein paar Optionen. Testet aus, welche euch zusagt, welche ihr auch umsetzen könnt (Authentizität ist das Um und Auf!).

Die Eltern können ihrem Kind bspw. zu verstehen geben, dass sie sehen, dass es wütend ist, dass sie aber dennoch gehen müssen, weil es z.B. dunkel wird, oder weil sie noch etwas vorhaben: „Ich verstehe, dass du wütend bist. Du möchtest noch nicht gehen. Leider müssen wir gehen, weil… Aber wir kommen bald wieder her. Versprochen.“. Holt euer Kind in seiner Emotion ab. Tröstet es, wenn es das zulässt (manchmal mag man nicht umarmt werden, wenn man wütend ist – das ist absolut okay). Ihr könnt auch versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden, in etwa: „Ich verstehe, du möchtest noch bleiben. Ich schlag dir was vor: Wir bleiben noch 5 Minuten. Dann gehen wir. Wie findest du das?“ Wichtig: holt euch unbedingt das Einverständnis eures Kindes, wenn ihr einen Deal schließt. Beteiligt es, wenn möglich, an der gemeinsamen Lösung. Manche Eltern haben dabei Angst, dass das Kind lernt: Wenn ich schreie, bekomme ich was ich will. Aber ich kann euch sagen, Kinder sind unglaublich kooperativ, wenn sie sich wirklich ernst genommen und gesehen fühlen, weil genau das ja oft hinter dem Schreien steckt: sich ausdrücken, den Frust zeigen, gesehen werden, Zuwendung und Hilfe bekommen. Und wenn wir ehrlich sind, stecken wir dabei oft in Glaubensmustern fest: „Wenn ich sage, dass wir gehen, gehen wir“, „Wenn ich länger bleibe, weil mein Kind das will, untergräbt das meine Autorität“. Diese Glaubenssätze können aber auch hinterfragt werden: Untergräbt das jetzt wirklich meine Autorität und den Respekt meines Kindes? Oft ist nämlich genau das Gegenteil der Fall.
 

Die Wut und die Frustration eures Kindes ist in dieser Situation da. Ihr könnt sie ignorieren, aber dadurch geht sie nicht weg.

Und irgendwohin muss die Wut. Wenn sie sich nicht nach außen richten kann, richtet sie sich irgendwann nach innen.

Zu dieser zweiten Option gehört natürlich dazu, die eigene Wut zu akzeptieren. Es wäre idealistisch, davon auszugehen, dass eine Mama oder ein Papa selbst Wut ganz schrecklich findet und gleichzeitig glaubhaft ihrem oder seinem Kind vermittelt, dass Wut ok ist. Daher kann ich nur appellieren: fangt bei euch an. Versucht, gut auf euch zu achten, Wut zu erkennen und erst einmal zu schauen, welche Botschaft euch die Wut schickt. Im zweiten Schritt platziert ihr eure Wut bei der richtigen Person, sucht das (konstruktive) Gespräch mit der Person. Nichts anderes tut ihr dann mit eurem Kind: Wut erkennen, den Ursprung herausfinden, gemeinsam agieren, eine Lösung finden. Dass ihr eurem Kind dabei helft, ist das um und auf, denn als Kind kann man sich noch nicht so gut ausdrücken, euer Kind wird dabei also eure Hilfe brauchen.

Manche Kinder sind Weltmeister im wütend sein. Man kann sie dann kaum aus der Wut rausholen, egal was man sagt oder tut. Gebt eurem Kind in der Situation dennoch das Gefühl, dass es in Ordnung ist, wütend zu sein und sucht nachher das Gespräch, wenn es sich beruhigt hat. „Du, was hat dich denn da so wütend gemacht?“ – Findet das gemeinsam raus, helft ihr oder ihm, zu verbalisieren, worum es geht, und überlegt, wie man es ändern kann. Das geht nicht von heute auf morgen, es ist ein gemeinsamer Lernprozess.
 

Und was bringt mir das?

Das Schöne daran ist, dass Wut so betrachtet immer eine wundervolle Chance ist, dass sich euer Kind selbst und ihr euer Kind besser kennen lernt. Wenn es für Kinder von klein auf normal ist, über ihre Wut zu sprechen, und wenn sie wissen, wie sie damit umgehen können, haben sie später eine großartige Basis, auf die sie in der Pubertät und im Erwachsenenleben zurückgreifen können! Ihr erzieht euer Kind so einem eigenverantwortlichen Menschen, der sich gut kennt und sich ausdrücken kann, der mit sich im reinen ist, der seine Wut nicht auf etwas anderes projizieren muss, um sie auszuleben. Da gibt es nichts, dass nicht sein darf, kein Gefühl von „ich bin falsch“. Ein besseres Fundament für euer Kind gibt es nicht. Das trifft genauso auf andere Gefühle, wie z.B. Trauer oder Eufersucht, zu.
 

Es geht um eine innere Haltung

Wenn wir die Haltung haben, dass unsere Kinder wütend sein dürfen, heißt das folgerichtig, dass wir sie nicht unbedingt mit der „richtigen“ Methode (die es nicht gibt) aus der Wut bringen müssen. Die oben genannten Möglichkeiten sind Optionen, euer Kind in seiner Wut abzuholen und aus der Wut etwas Produktives zu gewinnen. Es geht nicht darum, die Wut wegzuzaubern.

An dieser Stelle möchte ich auch anmerken: Erlaubt euch auch einmal, nicht „perfekt“ zu reagieren. Es geht nicht immer super toll und bilderbuchreif! Auch das ist vollkommen normal und darf sein!

 

Wenn ihr Fragen oder Anregungen zu meinem Beitrag habt, freue ich mich, wenn ihr mir schreibt: beratung@dein-jugendcoach.at

 

 

 

Workshop-Seminar in der VHS Penzing
 

Neue Medien - Kinder begleiten, Medienkompetenz schulen

Mo, 6.11.2017, 18 – 20 Uhr
 

Wo kann/muss ich als Elternteil dem Medienkonsum sinnvolle Grenzen setzen? "Muss" ich überhaupt? Wie kann ich mich am besten mit meinem Kind zum Thema Medien auseinandersetzen und dabei seine Eigenverantwortung unterstützen?
In diesem Workshop lernen Sie, wie Sie Ihre Kinder dabei begleiten, Medien verantwortungsbewusst, kritisch, und kreativ zu nutzen. Wir gehen den fragen nach: Warum sind neue Medien so wichtig für mein Kind? Wo Kann/muss ich als Elternteil dem Medienkonsum Grenzen (sinnvoll) setzen? Wie kann ich mich am besten mit meinem Kind zum Thema Medien auseinandersetzen und seine Eigenverantwortung schulen?
Ich freue mich auf spannenden Input!
 

Wann?

Mo, 06.11.2017, 18 – 20:00 Uhr
 

Wo?

VHS Penzing, Hütteldorfer Straße 112, 1140 Wien (U3 Station Hütteldorfer Straße)
 

Kursbeitrag

€ 8,00 pro Person
 

Anmeldung

http://www.vhs.at/kurs-details/vhs-wien-kurse/Neue-Medien---Kinder-begleiten%2C-Medienkompetenz-schulen--Kurs/276420719.html

Oder per E-Mail: penzing@vhs.at

 

 


 

Workshop-Angebot zum Thema Zivilcourage

 

Zivilcourage-Theater: Gemeinsam stark (11 bis 14 Jahre)

Am Sa, 21.10.2017 in der VHS Penzing

 

Gemeinsam helfen, mutig und füreinander da sein, einschreiten, etwas tun - aber wie? Mit Übungen und Spielen aus dem Beratungs- und Theaterbereich stärken wir nachhaltig unsere Zivilcourage: Wir schlüpfen in die Rolle von mutigen Helfern und finden heraus, wie du richtig reagieren kannst und was es braucht, um Hilfe zu leisten.
Ein spannender Kurs für alle, die gerne helfen wollen und herausfinden möchten, wie.

 

Wann?

Sa, 21.10.2017, 10 - 13 Uhr

 

Wo?

VHS Penzing, Hütteldorfer Straße 112, 1140 Wien (U3 Station Hütteldorfer Straße)

 

Kursbeitrag

€ 17,10

 

Anmeldung

http://www.vhs.at/kurs-details/vhs-wien-kurse/Zivilcourage-Theater%3A-Gemeinsam-stark-Kurs/276420715.html

oder per E-Mail: penzing@vhs.at

 

 

 

Workshopangebot „Body Talk Impro“

 

Dramapädagogischer Workshop zu den Bereichen Körpersprache, Präsenz und Status am 28. Mai 2017 | 14:30 - 18:30

Für Jugendliche und Erwachsene


Die Körpersprache sagt viel über eine Person aus und ist daher bei Verhandlungen, Vorträgen und Gesprächen ein entscheidender Aspekt für den Gesamteindruck einer Person und ein essentieller Faktor erfolgreicher Kommunikation. In diesem Vertiefungsworkshop widmen wir uns in zwei Blöcken vorrangig dem Prinzip des Status und der Präsenz.


Präsenz durch Körpersprache

Spezifische Übungen aus dem Bereich der Drama- bzw. Theaterpädagogik laden zum aktiven und spielerischen Erproben von Präsenz ein. Wertvolle Tricks und Übungen schulen und unterstützen Ausstrahlung, Auftreten und Selbstwirksamkeit im Schul-, Berufs- und Alltagsleben.


Status durch Körpersprache

In einem zweiten Block werden wir ausfindig machen, welche körperlichen Signale etwas über unseren Status verraten, wie man durch kleine Veränderungen von einem sogenannten „Niedrigstatus“ in einen „Hochstatus“ kommt - und umgekehrt. Was braucht es für einen (echten) Hochstatus? Woran erkennen wir ihn und wir gehen wir damit um?

 

Dieser Workshop richtet sich an interessierte Personen, die sich bereits mit Körpersprache auseinandergesetzt haben. Vorkenntnisse im Theaterbereich sind nicht notwendig.

Als Höhepunkt dieses Workshops spielen wir eine nonverbale Szene, die sich sowohl mit Präsenz, als auch mit Status auseinandersetzt - und erraten nur anhand der Körpersprache, was in der Szene passiert.

 

Das erwartet Euch:

 

  • Stärkung von Ausstrahlung und Ausdruck für privaten, schulischen und beruflichen Erfolg

  • Vom Niedrigstatus in den Hochstatus - wie funktioniert's?

  • Sensibilisierung und Perfektionierung der eigenen Körpersprache

  • Persönliche Sicherheit in der Kommunikation mit Anderen

  • Außerdem: ein spannendes Workshop-Erlebnis, Snacks, Kaffee und Getränke

 

Wo?

Convo Mödling, Wiener Straße 13, 2340 Mödling

 

Kosten

160€ pro Person

 

Anmeldung

Über den bildungsraum: Tel. +43 676 / 930 96 10, info@bildungsraum.at

 

 

 

Einige Feedback-Kommentare vom ersten Body Talk Impro Workshop:

 

"Danke für die super Atmosphäre, wo sich jeder öffnen konnte. Ich finde es toll, dass die besprochenen Inhalte sofort in tatsächliche, reale und alltägliche Situationen eingebaut wurden. Ich bin sehr an einem Folgetermin interessiert."

Isabella S.

 

"Vielen Dank für die wertvollen Einblicke! Bravo Barbara! Ich freue mich auf weitere Angebote in diesem Bereich."

Andreas A.

 

"Eine lockere Atmosphäre und eine engagierte, kompetente Vortragende zeichneten diesen Workshops aus. Besonders werden wir die Ausführungen zum Hoch- und Tiefstatus in Erinnerung bleiben."

Florian P.

 

 


 

Über die Möglichkeiten der Theaterarbeit in der Jugendberatung



Teil 4:  Was passiert im Psychodrama?
 

Die Techniken, Arbeitsweisen und Methoden, die im Psychodrama zur Verfügung stehen, sind vielfältig und vor allen Dingen: individuell anpassbar. Hier möchte ich euch einige der Methoden, quasi meine Lieblingsmethoden, vorstellen. Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, oder vielleicht einen konkreten Fall und Fragen dazu habt, findet ihr am Ende des Eintrages einen Hinweis mit meiner Mailadresse.
 

Das Stegreifspiel:
Das Stehgreif- oder Improspiel ist freies, spontanes Spiel, das sich größtenteils ohne oder mit nur wenigen Vorgaben entwickelt. Es gibt also keinen vorgegebenen Text, keine vorgegebenen Anweisungen für das Spiel, sondern, der Klient, die Klientin spielt „drauf los“, aus dem Bauch heraus. Was/ wie dann gespielt wird, welche Rollen und Handlungen gezeigt werden etc., zeigt etwas, bringt Erkenntnisse: „Aha, so-und-so sieht das mein Klient, meine Klientin.“ Dabei gibt es kein richtig und falsch, und auch keine Be-Wertung, sondern einfach ein: „Aha“.
 

Im Rollentraining
kann der Klient/ die Klientin beispielsweise auf Schwierigkeiten am Arbeitsplatz vorbereiten werden, in dem gemeinsam Möglichkeiten, spontan darauf zu reagieren, erarbeitet und spielerisch einübt werden.
 

Im Rollenspiel
übernehmen Spielende eigene oder andere Rollen. Vor allem Rollen, die sie  im  täglichen  Leben  spielen,  aber als belastend empfinden. Im Rollenspiel kann man an genau diesen Rollen arbeiten, sie formen. Damit es nicht beim oberflächlichen Einüben einer Rolle bleibt, die ich dann spiele, wenn es mir passt – wir wollen ja authentisch sein und Unseres Leben, anstatt uns zu verstellen – braucht es unbedingt begleitende Beratung! Wenn ich schüchtern bin, wird es mit schwerfallen, extrovertiert und selbstbewusst aufzutreten. Mit Einüben dieses neuen Verhaltens ist es nicht getan, das wird nicht funktionieren. In der Beratung ist es daher sehr wichtig, sich genau anzuschauen, woher die Schüchternheit kommt, und wie sie überwunden werden kann und wofür sie auch gut ist oder war. Die Schüchternheit annehmen und lernen, damit umzugehen. Neue Rollen einzuüben kann darauf aufbauend helfen, weil wir diese neue Rolle dann schon einmal in einem sicheren Rahmen gespielt haben und wissen, wir können wütend, selbstbewusst usw. sein. Wir wissen auch, wie es sich anfühlt, so zu sein und was es mit uns macht. Das ist eine wichtige Stütze. Aber: Es braucht immer auch ein „Backup“, so dass die neue Rolle wirklich stimmig wird.

Das Rollenspiel bietet somit zum einen die Möglichkeit, neue Verhaltensweisen zu trainieren oder auch neue Rollen zu entwerfen, im Spiel zu  erproben  und  deren  Folgen  in  der  Welt  „draußen“ vielleicht vorwegzunehmen. Das Rollenspiel bietet zudem, durch die Selbsterfahrung und Auseinandersetzung mit sich selbst, die Möglichkeit zu einem tieferen Selbstverständnis.

Zum Rollenspiel gehört auch der Rollentausch, in dem der Klient eine andere Rolle einnimmt oder gar seine Rolle mit dem Berater/ der Beraterin oder Mitspielenden tauscht. Der Rollentausch gibt Anstoß zur Reflektion, indem er den/die ProtagonistIn in die Rollen seiner Mitmenschen schlüpfen und so deren Schwierigkeiten, Intentionen und Probleme erkennen und nachfühlen lässt.
 

Bei der Doppelgängermethode
werde ich oder andere TeilnehmerInnen zu Doppelgängern des Spielenden und können diesen auf diese Weise unterstützen, ermutigen oder warnen, indem er oder sie sich beispielsweise behutsam hinter den Protagonisten stellt und für ihn etwas ausspricht oder ihm etwas zuflüstert.

 

Mit psychodramatischen Methoden kann der Klient letztlich auch auf zukünftige Situationen vorbereitet werden, beispielsweise auf ein Vorstellungsgespräch oder auf ein Streitgespräch.

Die Wahl der richtigen Methode hängt immer von den KlientInnen ab und von der Herausforderung, vor der sie stehen. Wichtig bei allen Punkten ist die Freiwilligkeit, eine Portion Neugier und die Bereitschaft, sich etwas erspielen zu wollen.
 

Neugierig auf die Methode geworden? Ich freue mich auf Fragen und Anmerkungen unter: beratung@dein-jugendcoach.at


 

 


 

Über die Möglichkeiten der Theaterarbeit in der Jugendberatung


 

Teil 3: Psychodrama - Ziele und Methoden
 

Worum geht’s im Psychodrama? Das Ziel von Theaterübungen in der Beratungsarbeit liegt zunächst keinesfalls darin, die KlientInnen zu professionellen SchauspielerInnen zu machen, sondern ihnen einen Raum zu geben, in dem sie so sein können, wie sie sind.
Ein Raum, in dem man Eigenschaften zeigen kann, die man im Alltag nicht so oft zeigen kann oder möchte. Ein klareres Bild von sich als Person zu zeichnen. Der Klient, die Klientin soll  sich  und andere durch  die Übungen  besser  kennen-  und verstehen lernen.

 

Selbstdistanzierung

In der Dramaarbeit kann sich der oder die ProtagonistIn durch die spielerische Darstellung von Problemen von Spannungen befreien und Abstand zu diesen gewinnen: Ich habe kein Problem, sondern ich stelle mein Problem dar. Konflikte und herausfordernde Situationen können von außen angeschaut und nachgespielt werden, man kann auf Distanz zur eigenen Person gehen, was oft zu neuen Einsichten führt.
In der Existenzanalyse nennen wir das „Selbstdistanzierung“. Durch diese „Drauf-Sicht“, quasi aus der Vogelperspektive, kann ich mir eine belastende Situation erstmal in seiner Ganzheit ansehen, ohne mitten drin zu stecken und sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.
Ein und dieselbe Situation kann so plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen, vielleicht kann man sogar darüber lachen, denn auch eine Portion Selbstironie und Humor ist der Dramaarbeit erlaubt und kann sehr gut tun.

 

Neue Verhaltensweisen erproben und festigen

Psychodrama-Übungen können auch ganz praktische Ziele verfolgen, zum Beispiel: Es bahnt sich ein Konflikt an und ich weiß, ich möchte diesmal für mich einstehen können und nicht in „alte Muster“, in etwa, meine Bedürfnisse unter jene der anderen zu stellen, verfallen. Hierzu braucht es Übung.
Eine solche Verhaltensveränderung funktioniert oft nicht von heute auf morgen. Denn jahrelang sind wir dieselbe Autobahn in unserem Gehirn gefahren: Wenn A das macht, machte ich das. Im Psychodrama kann man sich zunächst mal klar werden, was das für eine neue Straße sein soll, auf der ich fahren möchte. Wie will ich zukünftig reagieren, wie ist es gut für mich?
Neue Verhaltensweisen kann man im geschützten Rahmen austesten, nicht nur darüber sprechen, sondern aktiv ausprobieren, mit Nuancen spielen, wieder verwerfen, wenn es doch nicht passt.
Schließlich wird die gewünschte Verhaltensweise spielerisch wiederholt und eingeübt, so dass wir auch im Alltag irgendwann automatisch auf sie zurück greifen können, weil sie gut sitzt, weil wir uns in unserem neuen Verhalten wohl fühlen.
Nur wenn wir eine Vielfalt an Handlungsmustern in unserem Rollenrepertoire haben, auf die wir zurückgreifen können, haben wir eine gewisse Flexibilität in unserem Handeln, also die Fähigkeit, in unterschiedlichen Situationen unterschiedliches Verhalten zu zeigen.
Wir müssen zum Beispiel nicht immer der verständnisvolle Partner sein, weil wir gar nichts anderes kennen, sondern dürfen und können flexibel reagieren, je nach der Situation auch einmal wütend oder traurig sein. Wenn diese kreative Spontaneität fehlt, sind wir in unserem Antwortverhalten nicht frei, sondern gehorchen einem Muster, in etwa: immer der Verständnisvolle sein.
Dem gegenüber steht die Rollenflexibilität, wenn man so möchte als angestrebtes Ziel. Hier können verschiedene Rollen eingenommen und das Verhalten und Handeln beliebig variiert werden, ohne sich dabei „untreu“ zu werden. Es geht also darum, unsere eigene Antwort auf eine Situation geben zu können, und hierfür ist Rollenflexibilität unerlässlich.

 

Den Anderen verstehen

Nicht nur eigene Verhaltensmuster und eigene Haltungen werden uns im Psychodrama bewusst gemacht, sondern auch die Verhaltensweisen und Positionen unserer Mitmenschen. Im Rollentausch können wir in die Rolle unseres Partners, unserer Mutter, unserer Freundin usw. schlüpfen und nacherleben, wie es ihr oder ihm in einer Situation geht, oder warum er oder sie auf diese spezielle Weise handelt.
So kann es zu einem tieferen Verständnis, zu Begegnung und zu einem besseren Miteinander kommen. Entwicklung beziehungsweise Verbesserung der Beziehungsfähigkeit ist ein zentraler Anspruch des Psychodramas.

Hier wird auch deutlich: Psychodrama besteht zwar einerseits aus diesem sehr „spielerischen“ Teil, arbeitet aber im Nach- oder Vorgespräch viel auf rationaler Ebene: Wie hast du dich in der Rolle von A gefühlt? Was könnten die Motive von B sein? Warum glaubst du, hast du dich als A so-und-so positioniert?
Wenn A jetzt wirklich hier wäre, was würde er sagen? Und so weiter. All diese Fragen sind Impulse, es geht also nicht darum, die richtige Antwort zu kennen, auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass unsere Intuition sehr oft sehr richtig ist. Aber sie helfen uns, den anderen besser zu verstehen, und sie helfen uns, uns besser zu verstehen.

 

Kompetenzen stärken

Das Psychodrama eignet sich ebenfalls sehr gut, um soziale Kompetenzen zu entwickeln. Anwendungsbereiche sind beispielsweise Rehabilitation, Krisenintervention oder Seelsorge.

Soziale Kompetenzen können aber auch gestärkt und gefördert werden, ohne, dass zwingend vorher ein Defizit vorliegen muss. Hier befinden wir uns vor allem im Bereich der Prophylaxe. Ich führe zum Beispiel Zivilcourage-Theater-Trainings für das Mauthausen Komitee durch und arbeite in diesen Trainings mit Jugendlichen spielerisch-kreativ am Thema Zivilcourage.
Das Theaterspielen setzt hier nicht nur am Inhalt an und vermittelt diesen aktiv und somit nachhaltig, sondern fördert überdies Kreativität, Flexibilität, Empathie und darstellerische Kompetenzen (Körpersprache, Stimme, Mimik, Sprachgefühl).

 

Im nächsten Teil erfahrt ihr mehr über die Methoden der Dramaarbeit.
 

 

 

 

Über die Möglichkeiten der Theaterarbeit in der Jugendberatung



Teil 2: Die Dramaarbeit in der Beratung: Grundhaltung und Setting

 

Entscheidend für die Grundhaltung bei der Dramaarbeit innerhalb der Beratung sind im Wesentlichen vier Punkte.

 

Erstens: Jede Handlungsweise, jeder Gedanke eines Individuums ist eine schöpferische Leistung, die nur dann Unterstützung bei ihrer Veränderung bedarf, wenn die Klientin/ der Klient selbst dies möchte.

 

Zweitens: das Vertrauen auf die Kreativität und die Spontaneität, die in jedem Menschen vorhanden sind und nur darauf warten, hervorgelockt zu werden. Intuition, Phantasie, Imagination und Einbildungs- sowie Vorstellungskraft stehen in der Dramaarbeit vor Plan, Analyse und Ordnung.

 

Drittens: Erkennen durch die Teilhabe am Spiel des Klienten. Dramaarbeit ist ein gemeinsamer Prozess. Erst am Ende  werden  die  Ergebnisse  des  Spiels  thematisiert  und können dann zu weiteren Dramaspieleinheiten führen.

 

Vierter und damit letzter essentieller Bestandteil der psychodramatischen Grundhaltung ist das ökologische Denken. Für Moreno ist die Entwicklung auf der „Bühne“ für die KlientInnen in den meisten Fällen ein Kampf zwischen hemmenden („Kann ich das überhaupt?“) und schöpferischen Kräften.  In der Dramaarbeit sollen die schöpferisch-kreativen Fertigkeiten der KlientInnen bekräftigt werden.

 

Das Setting

 

Wie genau Psychodrama in der Beratung aussieht, kommt immer auf das jeweilige Anwendungsgebiet an.

 

Zunächst kann unterschieden werden zwischen Psychodrama im Gruppen-, oder im Einzelsetting („Monodrama“). Die/der BeraterIn fungiert als eine Art BegleiterIn,  die/der  den  Protagonisten  vorsichtig  und   empathisch in  das Ausspielen seiner Eindrücke und seiner Wahrnehmung bringt, Impulse gibt und den Prozessverlauf behutsam steuert.

 

Ich arbeite mit keiner Klientin, keinem Klienten mit psychodramatischen Methoden, wenn diese/r dies nicht will!

 

Möchte mein/e KlientIn Psychodrama gerne ausprobieren und habe ich das Gefühl, dass es der Beratung zuträglich ist, steht zu Beginn der Einheit eine kurze Zielklärung und Aufwärmphase, eine langsame Hinführung. Darauf folgt die eigentliche Psychodrama-Übung. Der Akteurin/ dem Akteur sind dabei kaum Grenzen gesetzt: „Ihm ist die Möglichkeit gegeben, neue Verhaltensmodelle im Spiel zu erproben, und er erlangt dadurch die Fähigkeit,

zwischenmenschliche Beziehungen im Rahmen sozialer Anpassung zu reorganisieren; er ist handelndes Individuum im Sozialisierungsprozeß; er ist auf der Suche nach einer ihm angemessenen Position innerhalb der Gesellschaft.“ (Burkart, Veronika, Befreiung durch Aktionen. Die Analyse der gemeinsamen Elemente in Psychodrama und Theater, Wien; Köln; Graz: Hermann Böhlaus Nachf. 1972, S. 65)

 

Im Bereich des Gruppensettings existieren unterschiedliche Anwendungsformen des Psychodramas. So steht beim „personenzentrierten Psychodrama“ eine Person im Mittelpunkt. Ihre persönliche Geschichte wird gespielt. Das Ziel: eine psychischer Reinigung („Katharsis“) durch das Ausleben innerer Konflikte und bislang verdrängter Emotionen.

 

Beim „themenzentrierten Psychodrama“ steht hingegen bereits ein bestimmtes Thema im Vordergrund. Beim „gruppengerichteten Psychodrama“ ist dies wiederum etwas, das alle Teilnehmer gemeinsam haben und für alle Mitglieder belangvoll ist. Dies wäre beispielsweise innerhalb von Selbsthilfegruppen der Fall. Ein Teilnehmer behandelt hier das gemeinsame Thema als Stellvertreter für die Gruppe.

 

Zudem existiert im Bereich des Gruppensettings die Form des „gruppenzentrierten Psychodramas“. Hier geht es um die Beziehungen innerhalb der Gruppe. Die Gruppe selbst steht im Mittelpunkt. Dies könnte beispielsweise bei Teambildungs-Seminaren oder bei Projekten in Schulklassen eine Rolle spielen, in denen der Zusammenhalt der TeilnehmerInnen gestärkt werden soll.

 

Eine richtige Bühne braucht es für die Dramaarbeit nicht unbedingt, wichtig aber ist ein geschützter Raum und Rahmen.  Die  Bühne ist somit als ein abstrakter Ort zu verstehen:  Sie bietet unbegrenzte Möglichkeiten, anders als in der Realität, wo die Möglichkeiten oft eingeschränkt erscheinen. Der Protagonist soll sich auf der Bühne frei bewegen und spontan-kreativ handeln können, so wie es ihm in den Sinn kommt: „Auf der Bühne kann der Patient sich wiederfinden, sei es durch Befreiung von  unerträglichem  Druck  oder  durch  die  Freiheit  für  Ausdruck  und Erlebnis.  Der  Bühnenraum  ist  eine  Erweiterung  des  Lebens  über  das wirkliche Leben hinaus.“(Moreno, Jacob L., Gruppenpsychotherapie und Psychodrama. Einleitung in die Theorie und Praxis, Stuttgart; New York: Georg Thieme Verlag 1997, S. 77).

 

 

Durch  die  freie  und  improvisierte  szenische  Darstellung  von  Konflikten  und Problemen findet das Psychodrama in einem sehr komplexen Bedingungsgefüge statt, dessen Ergebnis von Persönlichkeitsmerkmalen des Psychodramaleiters und der Teilnehmer, der Gruppendynamik und –struktur ebenso beeinflusst wird, wie von Einflüssen außerhalb der Gruppe, dem Verhalten und Erleben während der Sitzung und dem Konzept der psychodramatischen Methode. Psychodrama wirkt somit nicht universell, seine Wirkung tritt nicht bei allen Gruppenmitgliedern   gleichermaßen   auf,   sondern   bei   jedem   Individuum   auf spezifische Art und Weise.

 

Für das Gelingen einer Psychodramastunde ist eine tragfähige Beziehung zwischen Psychodramaleiter und den Teilnehmern grundlegend. Nicht nur methodische Kompetenz sollte der Psychodramaleiter aufweisen, er sollte vor allen Dingen über emotionale und empathische Kontaktfähigkeit, Sensibilität, Imaginationskraft und die Fähigkeit, zu spielen und Spiele anzuregen verfügen.

 

 

 

Über die Möglichkeiten der Theaterarbeit in der Jugendberatung

 

 

Teil 1: Das Psychodrama und die Rollentheorie

 

 

In der Psychotherapie, in der Lebens- und Sozialberatung und im Coaching: Überall gibt es spezielle Richtungen und Methoden, nach denen therapiert, beraten, gecoacht wird. Jede Beraterin, jeder Berater hat „ihren“ oder „seinen“ Methodenpool.

 

Die Basis meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Eltern und Familien bildet die Existenzanalyse und - aus meiner praktischen und theoretischen Auseinandersetzung mit dem Theater und meiner persönlichen Überzeugung, dass Theaterspielen immer auch Persönlichkeitsbildung ist – Methoden aus dem Psychodrama.

 

Die Möglichkeiten einer Bereicherung der Lebens- und Sozialberatung durch Methoden  der  Dramaarbeit sind  vielfältig.

 

Doch was zeichnet beide Methoden aus? Und wie ergänzen sie sich? Wo liegt die Kraft in ihrer Kombination?

 

 

 

Das Psychodrama    

 

…ist      eine      Methode      der      Psychotherapie, der Beratung und der Sozialforschung, bei der  mit  Hilfe  verschiedener  Techniken Problemstellungen des Klienten, sowohl Erlebtes, wie auch Mögliches, Phantasien und Träume spontan in Szene gesetzt werden.

 

Dies fördert die Spontaneität und Kreativität des Handelns, zeigt alternative Verhaltensweisen auf und hilft, Erlebtes aufzuarbeiten.

 

Die Bezeichnung „Psychodrama“ stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den beiden Termini psyche - „Seele“ - und drama - „Handlung“ - zusammen.

 

Begründet wurde das Psychodrama von Jakob Levy Moreno, einem österreichischen Arzt, Psychiater, Soziologen und Mitbegründer der Gruppenpsychotherapie.

 

Moreno beobachtete an spielenden Kindern im Park, dass in ihren selbstgeschaffenen Geschichten jene Probleme und Gedanken ausagiert wurden, die sie zu dieser Zeit gerade bescftigten: spontan übernehmen die Kinder die Rollen, die ihnen zusagen.

 

Das Märchen könnte ein neues Ende bekommen. Die böse Hexe würde zu einer guten Hexe. Die Rache könnte gelingen. Die Aussprache wäre möglich, es wäre sogar möglich, in der Phantasie neue Eltern zu haben.“(Shearon, E. M., „Surplus Reality in der Einzeltherapie“, in: Monodrama. Heilende Begegnung. Vom Psychodrama zur Einzeltherapie, Hg. von Barbara Erlacher-Farkas/Christian Jorda, Wien; New York: Springer-Verlag 1996, S. 135-151, hier S. 136).

 

 

Die Rollentheorie

 

Das Konzept, das dem Psychodrama zugrunde liegt, besagt, dass jedes Individuum durch ein bestimmtes Repertoire von Rollen gekennzeichnet ist, die sein Verhalten bestimmen, und dass jede Kultur durch eine gewisse Art und Zahl von Rollen charakterisiert ist, die sie den ihr angehörenden Menschen, mit unterschiedlichem Erfolg, auferlegt. (Hochreiter, Karoline, Rollentheorie nach J. L. Moreno, in: Psychodrama-Therapie. Ein Handbuch, Hg. von Jutta Fürst/Klaus Ottomeyer/Hildegard Pruckner, Wien: Facultas Universitätsverlag 2004, S. 128–146, hier S. 128).

 

Das Rollenrepertoire einer Person ist die Gesamtheit der ihr zur Verfügung stehenden Rollen, alle Rollenmuster, auf die zurückgegriffen werden kann.

 

Rollen, die eine Person nicht im Repertoire hat, kann sie nicht spielen. Sie weiß nicht, wie das geht. So kommt’s, dass manche Jugendliche nicht auf einmal ganz anders sein können, auch wenn sie es versuchen. Sie haben es schlicht nicht in ihrem Repertoire, es muss erst ausprobiert, erprobt werden.

 

Unser Rollensystem macht aus, wer wir sind und wer wir sein können.

 

Jeder Mensch hat nicht nur eine, sondern eine Vielzahl an Rollen, wir sind zum Beispiel Mutter, Kollegin, Freundin, Tochter und so weiter. Die verschiedenen Rollen vereinen sich zu unserer sogenannten „Generalrolle“, die wir in unserem Umfeld einnehmen. Nicht mehr gelebte oder gebrauchte Rollen können übrigens jederzeit wegfallen, genauso wie jederzeit neue dazukommen können. Das geht freilich nicht von heute auf morgen. Eine Rolle muss sich, ähnlich wie auf der Bühne, erst festigen.

 

 

Wie entsteht unsere „Rolle“ im System?

 

Unser Rollensystem entsteht durch unser Handeln, dadurch, welche Rollen wir uns zu Eigen machen, welche wir einüben und parat haben.

 

Meine KlientInnen kommen zu mir in die Beratung und sind ausgestattet mit einem gewissen Repertoire an Rollen. Einige Rollen gehen gut, andere fallen schwer, und manche Rollen können vielleicht gar nicht gespielt werden, weil sie so fremd sind, dass man sich daran erstmal versuchen muss. Ein solcher Raum wird in der Beratung geboten, ein geschützter Raum um auszuprobieren: Wie kann ich in der-und-der Rolle agieren? Welche Handlungsweisen kann ich erproben, ohne, dass sie gleich eine Konsequenz haben? Wie geht’s mir damit? Will ich so-sein oder lieber so-sein? Welche Rollen will ich mir zu eigen machen und unter welchen Rollen „leide“ ich eher, als dass sie mir etwas „bringen“?

 

Rollenentwicklung ist ein lebenslanger Prozess. Sie betrifft somit nicht nur Jugendliche, sondern auch viele Erwachsene, die nie gelernt haben, in anderen Rollen aufzutreten als die ihr vertraute: immer die/der „Brave“, immer die/der „Aufmüpfige“, immer die/der „Sorgende“ usw.

 

Schwierig wird es immer dann, wenn wir nicht genügend Rollen zur Auswahl haben oder unsere Spontaneität bei der Rollenwahl eingeschränkt ist, wir in unseren Denk- und Ausdrucksweisen also nicht variieren können (Rollenfixierung“). Wir sind dann nicht frei, nicht kreativ in unserem Antwortverhalten auf eine Situation, sondern haben das Gefühl, wir „müssen“ so-und-so handeln, weil wir ja so-und-so sind.

 

Hier eignet sich die Beratung hervorragend, um ohne Druck und Konsequenz einmal ganz anders sein zu dürfen, neue Handlungsweisen zu erproben und vielleicht sogar ins Repertoire aufzunehmen…

 

 

Vorschau auf Teil 2: Dramaarbeit in der Beratung - Wie sieht sie aus und was genau wird da gemacht?

 

 

 

 

Zivilcourage-Theaterworkshop "Über Theater zur Handlung"


Mit viel Spielfreude, Neugier und Kreativität verlief der Zivilcourage-Theaterworkshop "Über Theater zur Handlung" für das Mauthausen Komitee Österreich in der NMS Gassergasse.
 

Durch aktives Ausprobieren in „Als-ob“-Situationen lernten die SchülerInnen mit schwierigen Situationen umzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Theaterspiele zum Teambuilding und Schulung der Empathie ergänzten das Angebot und sorgten für reichlich Auflockerung und Spaß.
 

Wenn Sie auch Interesse an einem Zivilcourage-Theaterworkshop haben, freue ich mich auf Ihre unverbindliche Anfrage unter: beratung@dein-jugendcoach.at oder über das Mauthausen Komitee Österreich: info@mkoe.at

Feedback von K. Zelenin, Teach for Austria, Lehrerin der 3C der NMS Gassergasse:

Mit dem Titel „Zivilcourage“ bietet das Mauthausen Komitee Schülerinnen und Schülern einen empfehlenswerten Workshop an Schulen an.
Die junge Theaterpädagogin und Jugendberaterin Mag. Barbara Grütze besuchte die 3C der NMS Gassergasse. Sie erarbeitete mit ihnen den schwierigen Begriff „Zivilcourage“ spielerisch und regte sie damit gleichzeitig zum Nachdenken an. Die Kinder wurden eingeladen aktiv mitzumachen; verschwunden waren Sprachbarrieren, und Unterschiede in der Herkunft oder auch in der Lerngeschwindigkeit.
Die künstlerische  Herangehensweise erlaubt es den Schülerinnen und Schülern, sich mit ihren Stärken einzubringen. Am Ende wissen alle Kinder, Zivilcourage heißt: Menschen helfen, Notfall, Liebe, Kämpfe beenden, hilfsbereit sein, Respekt, freundlich sein,…

Ich wünsche dem Team weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass es dieses Format noch lange gibt. Denn dieses Angebot ist eine wichtige Ergänzung für den Regelunterricht und unterstützt die Schülerinnen und Schüler auf eine unschätzbare Art ihre Sozialkompetenzen, ihr Selbst-bewusst-sein und nicht zuletzt ihr Verständnis für Demokratie zu stärken.

 

 
 

Neues aus der Sprachförderung. Oder: Ein Plädoyer für das Vorlesen!

 

Wusstet ihr, dass Kinder heutzutage keinen Schneemann mehr bauen?
Sie bauen wohl mit Schnee und Karotten und Zwetschken-Augen, aber sie bauen „Olafs“ (für alle, die es nicht wissen: das ist der Schneemann aus dem Disney-Film „Frozen“).
 

Auf die Frage, wer denn Märchen kennt, als Start für eine lieb-gemeint -aber leider-nein-Märchen-Stunde, meldet sich kein einziges Kind. Kein einziges. Dann gehe ich die Märchen mit ihnen durch. Vielleicht sind sie nur schüchtern oder können erstmal nichts mit dem Wort „Märchen“ anfangen. Also gut. Aschenputtel ? Stille. Schneewittchen? Stille. Dornröschen? Nichts. Dann: Der gestiefelte Kater? Es klingelt. Ich wundere mich schon, dass die Kids Schneewittchen nicht kennen, dafür das Märchen vom gestiefelten Kater. Das war zu meiner Kinderzeit nicht unbedingt so geläufig. Mit leuchtenden  Augen sitzen sie vor mir, rutschen unruhig hin und her und erzählen vergnügt, dass das „das mit dem Ei ist“ (für alle, die es nicht wissen: in dem Animationsfilm „Der gestiefelte Kater“ kommt ein böses Ei vor).
 

Unsere Kinder tragen auch keinen Pullover mehr, nein, sie tragen Elsa (wieder eine Figur aus „Frozen“ - der Film hat tüchtig eingeschlagen) - weil auf dem Pullover Elsa abgebildet ist. Alles klar. Überhaupt habe ich mir den Film daraufhin angesehen und muss sagen, dass die Kinder einiges nicht verstanden haben, wenn die eiskalte Elsa ihre Heldin ist, und nicht ihre liebenswürdige, mutige (aber leider nicht blond und langhaarige) Schwester Anna (für alle, die es nicht wissen: Anna begibt sich selbstlos auf eine  gefährliche Reise, um das Königreich ihrer Schwester (!) vor dem ewigen Winter zu retten, den Elsa über ihr Königreich gebracht hat, und danach nichts Besseres zu tun hatte, als sich mit ihren magischen Kräften einen riesigen Eispalast zu bauen.) Hallo?! Was stimmt denn nicht mit unseren Kindern? Finden keine Gespräche über Filme mehr statt, kein gemeinsames Filmschauen und darüber reden: was haben die Figuren gemacht, was heißt das, warum hilft Anna ihrer Schwester, was macht sie da Mutiges? Film an, Film aus, fertig?
 

In der Sprachförderung lese ich den Kindern gerne vor. Damit sie sich an die Sprache gewöhnen, in spannende Geschichten eintauchen können und „ganz nebenbei“ ihren Wortschatz erweitern. Einzig, die Kinder haben keinen Bock mehr auf Vorlesen. Und sie lassen es dich gnadenlos spüren. ;-) „Darf ich spielen gehen?“ „Wie lange dauert die Geschichte noch?“ Dabei blättern sie bis zum Ende vor und stöhnen, wenn es mehr eine Seite ist. Oder sie stehen auf und beginnen, mit etwas zu spielen - während man selbst, die Stimme bereits kratzig, versucht, laut, deutlich, spannend zu lesen, alles zu geben, um den Kindern diese Erfahrung zu ermöglichen.
 

Für uns war es das Größte, abends im Bett bei der Mama zu liegen und noch einer Geschichte zu lauschen. Was ist passiert?
 

Mittlerweile bin ich etwas schlauer und gebe Einführungen ins Vorlesen. Ich beginne mit der Frage, ob ihre Eltern ihnen manchmal etwas vorlesen. Die Antwort ist fast immer „nein“. Es gibt ein paar wenige, die das kennen, sich freuen und sich danach sogar bedanken - an diesen Kindern merkt man aber auch, dass ihnen vorgelesen wird! Und es gibt jene, die damit gar nichts anfangen können. Ich erkläre ihnen dann, dass sie es sich nun gemütlich machen können, hinlegen, Augen zu machen, genießen. Wenn sie einschlafen, sei es nicht schlimm. Süß gemeint. Die Kinder bleiben nie liegen. Die Geschichte langweilt sie, egal welche. Sie stehen auf, machen Blödsinn.
 

Sobald sie mein Tablet sehen, das sichere Indiz dafür, dass wir am Ende noch ein kurzes Video schauen, ist es sowieso vorbei. Wenn ich ihnen eine Kurzversion von „Hänsel und Gretel“ auf dem Tablet zeige, mit Illustrationen, mit bunten Bildern, die sich bewegen, ist ihre Welt wieder in Ordnung. Unnötig zu erwähnen, dass sie ganz locker mit meinem Tablet umgehen können.
 

Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Es ist traurig, weil das Vorlesen wichtig und durch nichts zu ersetzen ist!
 

5 Jährige kann man nicht vor dem Fernseher parken. Sie brauchen Anleitung und Begleitung. Wenn Fernsehen, dann sinnvoll. Die meisten Kinderserien heutzutage sind so hektisch, so schnell, dass ich als Erwachsene dabei einen Kollaps kriege. Unsere Kinder wachsen damit auf. Mit welcher Steigerung? Irgendwann wird ihnen sogar das fad werden. Kein Wunder, dass sie es verlernt haben, gemütlich dazusitzen und einfach mal nichts zu tun, außer einer Geschichte zu lauschen. Sie sind es gewohnt, von vorne bis hinten mit Action, bewegten bunten Bildern und lautem Sound umgeben zu sein.
 

Es ist richtig, unsere Kinder wachsen in einer Medienwelt auf. Es ist wichtig, dass sie Tablets bedienen können. Aber sie brauchen Geschichten! Märchen sind so wichtig. Klar ist „Frozen“ ein Märchen. Aber wenn daraus resultiert, dass ihre Heldin Elsa ist, weiß ich nicht, wieviel wertvolles sie sich aus solchen Märchen mitnehmen, wenn es dazu keine Begleitung gibt. In den Märchen steckt so viel, was sich Kinder unterschwellig mitnehmen. Sie haben sogar heilende Kräfte und wirken präventiv. Lasst eure Kinder nicht ohne Märchen aufwachsen. Und damit meine ich keine Disney-Adaptionen in grellen Farben und mit Barbie-Prinzessinnen, sondern vorgelesen aus einem dicken, alten Märchenbuch, eingekuschelt in eine große Decke - und vielleicht sogar mit einem dampfenden Kakao in den Händen.
 

 


Konsument Kind - Was Medien mit unseren Kindern machen und wie Ihr Euren Kindern helft, Medienkompetenz zu erwerben

Computerspiele, Internet und C. - unsere Kinder wachsen damit auf. Und das ist gut so! Es braucht nur die nötige Medienkompetenz, das heißt, einen eigenverantwortlichen Umgang mit den Neuen Medien.
 

Was ist eigentlich die viel gepredigte „Medienkompetenz“ und weshalb ist sie so wichtig?
 

Medienkompetenz befähigt uns dazu, Medien verantwortungsbewusst, kritisch, aber auch kreativ zu nutzen. Medienkompetenz beinhaltet somit auch die Fähigkeit, die  Konsequenzen unsers Medienkonsum richtig bewerten und einschätzen und zu können.
 

Damit Kinder also Medienkompetenz erlernen können, das heißt, die Fähigkeit, selbstverantwortlich die Konsequenzen ihres Konsums einzuschätzen,  müssen wir ihnen die Möglichkeit dazu geben.
 

Natürlich müssen Eltern bis zu einem gewissen Alter ihren Kindern Grenzen setzen - ganz klar. Dabei sollte aber immer schon eine Art „Schulung“ erfolgen. Denn Jugendlichen ohne Erklärung, ohne Diskussion und gemeinsamer Auseinandersetzung vorzuschreiben, wann/ wie viel/ was sie spielen oder sich ansehen dürfen macht wenig Sinn.
 

Was gilt es dabei für Euch als Eltern zu beachten?

 

Das Internet
 

So nützlich es auch ist, bietet es für Kinder und Jugendliche doch einige Problemfelder, beginnend bei Datenschutz (Adresse, Telefonnummer, Fotos...), über  Download illegaler oder kostenpflichtiger Inhalte, bis hin zu Cybermobbing-Gefahr, bspw. durch das Hochladen „peinlicher“ Fotos.
 

Das schafft Abhilfe
 

Erster Schritt: tut Euren Kindern einen Gefallen und installiert - wenn sie noch zu jung sind, um zu verstehen, was hier alles passieren kann - einen Filter für kindgerechte Seiten ;-)
 

Damit ist es aber nicht getan. Denn ihr wollt sie ja zur Eigenverantwortung erziehen und könnt sie nicht ewig vor den Gefahren des Internets beschützen. Klärt Eure Kinder daher über diese Gefahren auf, besprecht die Seiten, die es aufruft oder aufrufen möchte.
 

Jugendliche verwenden zwecks Anonymität sogenannte „Nicknames“ im Internet. Kennt ihr den Nickname Eures Kindes? Wisst ihr, auf welchen Plattformen sie kommunizieren? Mit wem sie kommunizieren?
 

Zudem haben Kinder, die übermäßig viel Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen, oft ein Defizit an Sozialkontakten und in der Wahrnehmung. Das Problem? Ein trauriger oder fröhlicher Smiley im Chat löst in uns nicht dieselbe Qualität an Emotion aus, wie wenn wir persönlich und hautnah erleben, wie unser Gesprächs- bzw. Interaktionspartner traurig oder glücklich ist. Bestimmte Sätze oder auch Späße am Rande zu Beleidigungen lassen sich viel leichter schreiben, als einem anderen Menschen ins Gesicht zu sagen. Kinder, die viel oder vor allem in Chats kommunizieren, bekommen gar nicht erst die Chance, eine soziale, „echte“, also eine face-to-face Rückmeldung zu erhalten.
Was könnt ihr tun? Ermuntert Eure Kinder von klein auf, auch mal nach draußen zu gehen und/oder Freunde nach Hause einzuladen. Was so simpel klingt, bedeutet aber mitunter doppelte Belastung: Wenn Kinder auch noch ihre Freunde zuhause haben, kann es mitunter turbulent zugehen. Bewährt hat sich hierbei die Lösung, einen Wochentag festzulegen und an diesem abwechselnd die beste Freundin/ den besten Freund einzuladen und zu besuchen. Dann haben Eltern auch mal einen Nachmittag für sich - oder für die Geschwisterkinder.
 

Es geht nicht darum, dass Euer Kind gar nicht in Chats verkehrt - hier werden auch wichtige Skills vermittelt, beispielsweise schnelles Tastatur-schreiben - sondern um ein gesundes Verhältnis zwischen virtuellen und persönlichen sozialen Kontakten!
 

Auch gilt es hier Phasen abzuwägen. Ich erinnere mich daran, dass mich meine Mutter mit großen Augen angesehen hat, als ich von der Schule kam und sofort begonnen habe, mit meinen KlassenkameradInnen, die ich vor 20 Minuten vor der Schule verabschiedet hatte, zu chatten. Das war gerade die Zeit, in der Chats so richtig aufkamen - es war neu, es machte Spaß und man konnte sich zum ersten Mal auch Dinge schreiben, die man sich persönlich vielleicht nicht getraute. Das dauerte glaube ich ca. ein halbes Jahr bis Jahr, dann war diese Begeisterung wieder abgeschwächt. Wobei man auch sagen muss, dass wir uns immer auch persönlich gesehen haben und der Chat kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu unseren Freundschaften war.

 

Computerspiele
 

Immer wieder kommt die Diskussion auf, ob brutale Computerspiele Gewalt verherrlichen und auslösen. Der aktuelle Tenor: Computerspiele alleine lösen in der Regel kein gewalttätiges Verhalten aus, aber durch die Häufigkeit der Nutzung kann es zu Veränderungen in den Gedankenstrukturen der Kinder kommen, dies wiederum kann Aggressivität fördern.
 

Gemeinsame Gespräche und die Auseinandersetzung mit Spielinhalten können hier einen Ausgleich schaffen: Sie fördern das Bewusstsein für bspw. die gezeigte Aggressivität und bieten so die Möglichkeit, einen gesunden Abstand zu wahren und sich auch immer wieder bewusst zu machen, dass es in der Realität „natürlich“ etwas anderes wäre, einen Menschen umzubringen, als eine Spielfigur in einem Computerspiel.

Eltern können vor allem auf die Inhalte bei Spielprogrammen achten, sich vor dem Kauf genau informieren.
 

Hier ist es wichtig, von Anfang an Grenzen zu setzen und konkrete Zeiten festlegen, in denen das Kind spielen darf. Grenzen müssen nicht zwangsweise mit Verboten einhergehen. Gemeint ist damit, Informationen und Aufklärung über Gefahren etc. zu liefern.
 

 

Wieso ist das alles so wichtig?
 

Zum einen beeinträchtigt übermäßiger Medienkonsum, sei es Computerspielen, Chatten oder Fernsehen, die Wahrnehmungsfähigkeit, Empathie und übrigens auch die Sprachentwicklung in negativer Weise. Durch die einseitige Kommunikation kommt es zu Defiziten in der Beziehungs-,der Kommunikations- und Kritikfähigkeit.
 

Der Bewegungsmangel führt nicht zu Haltungsschäden, sondern auch zu Übergewicht und Fettleibigkeit.
 

Da Kinde rund Jugendliche jederzeit (auch nachts) erreichbar sein „müssen“ und auch erreichbar sind (ganz stark z.B. über Smartphones etc.) leiden vielen Kinder unter Schlafmangel, sind daher unkonzentriert in der Schule, das wiederum wirkt sich auf die Noten aus.

Computerspielsucht und Mobbinggefahr im Internet sind andere Themen, sollen aber auch kurz erwähnt sein.

 

Soll ich meinen Kindern jetzt den Medienkonsum verbieten?
 

Nein! Das wäre kontraproduktiv. Zum einen ist alles, das verboten ist, noch interessanter, zum anderen müssen sie lernen,  Neue Medien sinnvoll und eigenverantwortlich zu nutzen. Sie sind unsere Zukunft und es wird immer essentieller, gut und nützlich mit Medien umgehen zu können. Im Umgang mit ihnen erwerben Kinder wichtige Schlüsselkompetenzen, um in unserer Gesellschaft teilhaben zu können.
 

Einen kritischen und verantwortungsbewussten Umgang können Kinder aber nur lernen, indem sie angeleitet werden, sich kritisch mit Inhalten und Medien auseinanderzusetzen.
 

Hier gibt es ein Problem. Erziehung im Sinne von Eltern als „Wissende“, die ihr Wissen an ihre Kinder weitergeben funktioniert nur, wenn Eltern sich „wissend“ machen. Das heißt, Eltern müssen sich mit der Lebenswelt ihrer Kinder auseinander-setzen, und zwar mit Akzeptanz und Wertschätzung. Und das kostet Zeit, ist aufwendig. Kinder lernen so viel schneller als Erwachsene. Sie haben den Vorteil, von klein auf mit Smartphones, Tablets, dem Internet etc. aufgewachsen zu sein. All das ist selbstverständlich für sie. Und das ist auch gut so! Wie überall gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

 

Medienkompetenz erlernen
 

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend versteht unter Medienkompetenz:
 

„Medienkompetenz befähigt Kinder und Jugendliche dazu, Medien ihrem Alter entsprechend selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ zu nutzen. Medienkompetenz heißt, Angebote bewerten und die Konsequenzen von Medienkonsum einschätzen zu können.“
 

Für Eltern, denen die Zeit fehlt, sich intensiv mit der Welt der Neuen Medien auseinanderzusetzen, biete ich immer wieder Workshops an, in denen es darum geht, Medienkompetenz der Eltern und/oder Jugendlichen zu schulen. Unsere Kinder brauchen einen selbstverantwortlichen Umgang mit Medien. Das haben sie nicht „im Blut“, das muss ihnen gelernt werden. Das heißt: kritische, verantwortungsbewusste Auseinandersetzung mit jedem (!) Medium, in Form von Infoabenden an Kindergärten und Schulen, in Form von Workshops und Projekten wäre angesagt. Ich hoffe, dass sich hierhingehend noch mehr tut, denn Jugendliche zu begleiten ist heute wichtiger denn je!

 

     


Ab Herbst 2015 leite ich an der
VHS Penzing den Lese-Erfahrungsworkshop und freue mich auf zahlreiches Erscheinen und auf Eure ganz persönlichen Bücher- und Lese-Highlights!
 

Komm, lies mit! Lese-Erfahrungsworkshop
Für alle, die gerne lesen und Ihre Erfahrung teilen möchten
 

Sie haben des Längeren kein Buch mehr in Händen gehalten? Sie befinden sich in einer bewegenden Lebensphase?
Oder lesen Sie gerne und möchten dies mit anderen teilen?

In diesem-Workshop schaffen wir gemeinsam Momente und Orte der Entspannung, Selbstbesinnung und Selbsterfahrung.
Dabei bietet sich Ihnen die Möglichkeit, Ihr Lieblingsbuch zu besprechen, neue Literatur kennen zu lernen, gegenseitige Lesetipps, Hintergrundinformationen und ausgewählte Textausschnitte auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln.
 

Resultat ist eine Bewusstwerdung unserer selbst, einschließlich der Entdeckung, dass kein Buch für mehrere Menschen denselben Inhalt hat. Sie finden eine Gemeinschaft gleichgesinnter Menschen, die ein Forum für den Austausch von Lebenserfahrung sind.

 

VHS Penzing, 1140, Hütteldorfer Straße 112 (K.5 EG)                                      Gebühr € 0,00

 

Termine:

Do 29.10.2015 11:00 13:00 Uhr VHS 14

Do 19.11.2015 11:00 13:00 Uhr VHS 14

Do 10.12.2015 11:00 13:00 Uhr VHS 14

Do 21.01.2016 11:00 13:00 Uhr VHS 14
 

 

 

 


Das liebe Fernsehen....
 

Was früher ums Lagerfeuer herum geschah, übernimmt jetzt zum größten Teil eine flimmrige viereckige Kiste oder - was schreibe ich da? - der Flatscreen: das Geschichtenerzählen.

Dabei werden uns fertige Bilder transportiert. Das ist angenehm. Wir brauchen unsere Fantasie nicht anstrengen und Kreativität? - Wozu braucht man die schon noch?
 

Nichts davon ist mehr von Nöten, um die Eindrücke zu vervollständigen, die uns ja ohnehin bis ins Detail auf die Couch geliefert werden.
 

Beim Lesen beanspruchen wir unser Gehirn, wir nutzen unsere Fantasie um unsere ganz eigenen Bilder zum Lesestoff zu kreieren. Fernsehen aber liefert einfach alles. Kompakt und schon fertig „ausgearbeitet“.
 

Gerade richtig nach einem langen Schultag, um das Gehirn abzuschalten. Oder? ;-)
 

Wenn Kinder aus der Schule kommen, haben sie im Durchschnitt etwa 6 Stunden ihr Gehirn beansprucht. Das ist viel. Sie brauchen eine Pause. Wenn auch Spiel und Bewegung an der frischen Luft das Optimum wären, so ist oft die Couch und der Fernseher das eigentlich Verlockende.
 

Und ich kann es verstehen. Auch ich brauche „Fernseh-Auszeiten“, Fernseher anschalten, Gehirn ausschalten. Berieseln lassen.
 

Doch gerade bei jüngeren Kindern gibt es dabei einiges zu beachten!
 

Ein Beispiel: Fernsehen ist einseitige Kommunikation. Die Message im Fernsehen wird von unseren Kindern absorbiert, ohne die Möglichkeit einer Interaktion im Sinne von: die Figur im Fernsehen re-agiert auf die Rückmeldung unseres Kindes, wie es bei einem „normalen“ Gespräch der Fall wäre. Dieses Übermaß an einseitiger Kommunikation führt bei vielen Kindern zu einem Defizit in der Interaktion, es mangelt an dem sich-auf-andere-Menschen-beziehen-können.

 

Fernsehkompetenz
 

Das Fernsehen ist nicht per se schlecht. Im Gegenteil, es gibt tolle Sendungen, die auf spaßige Art und Weise Wissen vermitteln und - wie gesagt - nach einem langen Schultag kann es auch gut tun, sich für eine Stunde vor dem Fernseher zu knotzen und mal an nichts Weltbewegendes zu denken. Wenn es doch nur so einfach wäre....
 

Erst ab dem 5. Lebensjahr wissen Kinder überhaupt erst etwas mit Fernsehfiguren anzufangen: sie können sie auseinander halten, imitieren usw. Aber: Was sie im Fernsehen sehen ist für sie reale Welt. Und: Erst langsam entwickelt sich die Fähigkeit, Verbindungen zu erkennen. Mit 5 Jahren können Kinder noch keine kausalen Zusammenhänge greifen. Für sie gibt es nur „gut“ und „böse“ - weshalb ein Guter plötzlich etwas Böses macht, oder umgekehrt, können sie nicht einordnen - das bleibt als unverdaute Kost, als großes blinkendes Fragezeichen, in ihnen zurück. Selbst wenn sie mit ca. 6-7 Jahren beginnen, Zusammenhänge zu verstehen, sind sie mit mehr als einer Handlungsebene überfordert. Wieder unverdaute Kost. Zudem: Rasche Bildfolgen führen leicht zu einer Reizüberflutung, weil sie - aufgrund ihrer Schnelligkeit - im Gehirn nicht verarbeitet werden können.
 

Erst ab 10 Jahren ist das Gehirn der Kinder soweit entwickelt, dass Filme annähernd so interpretiert werden können, wie von uns Erwachsenen. Obwohl sich nun die Fähigkeit herausentwickelt, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden, haben zehnjährige Kinder noch Mühe damit, sich emotional vom Gesehenen zu distanzieren, das heißt, das Gesehene löst viel stärkere Emotionen aus, als bei uns Erwachsenen. (Ich erinnere mich aus meiner persönlichen Geschichte heraus an meinen ersten Kinofilm Bambi. Als die Mutter erschossen wurde, herrschte im Kino unter den Kindern betroffene Toten-Stille und Unfassbarkeit: War gerade wirklich Bambis Mutter gestorben?). Kinder nimmt so eine Handlung viel mehr mit. Dieses „Das ist ja nur ein Film“ verstehen sie noch nicht. Für sie ist diese Grenze verschwimmend.
 

Kopf abschalten und berieseln lassen ist also erstmal nicht.
 

Diese Möglichkeit etabliert sich erst, wenn euer Kind die Pubertät erreicht hat. Bis dahin sollten Kinder bereuts einen eigenverantwortlichen (!) und sinnvollen Umgang mit dem Medium Fernsehen erlernt haben. Oder habt ihr Lust, die Programmauswahl eures 17-jähirgen Sohnes zu überwachen? Irgendwann sinkt schließlich der Einfluss der Eltern. Wenn nicht zuhause, dann eben heimlich bei Freunden: Sie werden Horrorfilme, verstörende, gewalttätige und/oder erotische Filme sehen. Punkt. Aber genau deshalb ist es wichtig, dass sie vorbereitet sind und mit dem Gesehenen umgehen können.
 

Das geschieht aber nicht, in dem man sein Kind ab dem 5. Lebensjahr regelmäßig vor dem Fernseher parkt, sondern nur durch aktive Auseinandersetzung. Und das kostet Zeit - aber lohnt sich!

 

Fernseh-Kompetenz schulen
 

Tipp 1: Setzt euch mit eurem Kind hin und erstellt zusammen einen „Fernsehplan“:  Welches Programm möchte euer Kind gerne sehen? Worum geht es in den Filmen, die es sehen will? Warum will es sie sehen? Achtet dabei auf die Häufigkeit des Konsums und auch auf die Filmlänge - immer in Abhängigkeit zu Alter und Reife eures Kindes. Für jüngere Kinder gilt: Handlungen möglichst ohne Aggression oder übermäßiger Gewalt (auch verbaler) und keine zu spannenden oder ängstigenden Handlungen.
 

Tipp 2: Nehmt euch die Zeit und beobachtet den Fernsehstil eurer Kinder: wie lange und welche Sendungen/Filme schauen sie? Weißt du über ihre Inhalte Bescheid? Und: wie oft läuft die Flimmerkiste, ohne, dass dein Kind wirklich bewusst fernsieht? (Wieviel Zeit wird stattdessen in persönliche Gespräche oder gemeinsame Aktivitäten innerhalb der Familie investiert? ;-) )
 

Tipp 3: Sprecht über eventuelle Gewaltszenen. Sie unausgesprochen zu lassen, macht das Gesehene nicht wett. Euer Kind, vor allem wenn es noch jung ist, tut sich ziemlich sicher noch schwer damit, gewalttätige Szenen richtig einzuordnen, Motive für das Verhalten zu erkennen, das Gesehene von der Realität zu unterscheiden usw. Auch wenn euer Kind euch nicht aktiv darauf anspricht, es beschäftigt es. Gebt ihnen Raum und Gelegenheit, ihre Gedanken, Ängste etc. auszusprechen und „loszuwerden“.
 

Ja, es macht Mühe und ist aufwändig, aber es lohnt sich! Denn so schult ihr die Fernseh- und damit Medienkompetenz eures Kindes von klein auf und müsst euch auch später weniger Sorgen machen! ;-)
 


Zum Abschluss... die liebe Werbung
 

Ohne Gnade stürzt sie sich auf Kinder und Jugendliche, hat sie längst als potenzielle Konsumenten erkannt. Ob morgens, nachmittags oder abends - Werbung, die gezielt Kinder anspricht, wird rauf und runter gespielt. Und vermittelt eine teils gefährliche Botschaften: „Wenn ihr das-oder-das nicht habt, seid ihr uncool, könnt ihr nicht dazu gehören.“ Wie geht euer Kind mit solchen Informationen um? Was spricht sie oder ihn daran an? Auch hier gilt: Gespräch suchen und verstehen-wollen! Lasst euer Kind mit diesen Informationen alleine stehen, vor allem wenn es jung ist und ein wenig Anleitung braucht!

 

Im nächsten Blog-Eintrag geht es übrigens um das vielfach verfluchte und trotzdem so notwendige Internet. - Und wie ihr die Medienkompetenz eurer Kinder schulen könnt. ;-)
 

 

 

 


Schulprobleme

Ein Gedankenanstoß zum Thema Lern- und Schulschwierigkeiten

Teil II
 

Im letzten Blogeintrag ging es um das Thema schulische Probleme bei Kindern, ab wann man von ihnen spricht, was sie bedeuten, was sie mit Ihrem Kind und seiner Umwelt machen. In diesem Teil wollen wir uns einigen der Ursachen widmen, die zu schulischem Versagen führen können.
 

Welche Ursachen haben Schulprobleme?

Wenn psychisch und physisch bereitgestellt ist, dass Ihr Kind grundsätzlich gute Leistungen erbringen kann, so bleibt die Frage: Was hält es davon ab?

Führen wir uns zunächst vor Augen, was Unterrichtserfolg ausmacht.
 

Unterrichtserfolg ist immer Ausdruck der Gesamtpersönlichkeit Ihres Kindes. Ist es angepasst und strebsam oder aber jemand, der genau erfasst, was das Notwendigste ist und keinen Grund dafür sieht, darüber hinaus zu gehen? Fühlt sich Ihr Kind von Herausforderungen angespornt oder neigt es dazu, den Kopf in den Sand zu stecken? Versuchen Sie das wertfrei zu sehen, gleich welcher „Sorte“ Sie entsprechen, und Ihr Kind in die eine oder andere ausgleichende Richtung hin zu unterstützen.

Der Unterrichtserfolg ist also abhängig von der Haltung, dem Wesens Ihres Kindes. Daneben spielen Leistungsfaktoren - das heißt intellektuelle Fähigkeiten - sowie Umweltfaktoren - wie familiäre Atmosphäre zuhause oder der Unterricht an sich - eine Rolle.

Dies soll Ihnen lediglich eine Orientierungshilfe bieten. Denn meist handelt es sich bei der Ursache für Schulprobleme um ein komplexes Gefüge aller drei Faktoren – selbst wenn der Ausgangspunkt bspw. im familiären System begründet ist, gibt es immer auch eine Wechselwirkung, die das ganze Gefüge beeinflusst und das Problem durchaus noch verschlimmern kann.
 

I. Familiäre Ursachen

Was geht in Ihrem Kind vor, wenn es mit 6 Jahren eingeschult wird?

Ihr Kind steckt mit 6-13 Jahren in der „mittleren Kindheit“ und möchte bereits an Ihrer Welt,  der Welt der Erwachsenen, teilnehmen. Es strebt nach Wissen, möchte zuschauen und mitmachen, ist motiviert, möchte Nützlich sein. Dem gegenüber steht das Gefühl der Unzulänglichkeit. Die Angst, nicht gut genug zu sein. Wird Ihr Kind nun in seinen ersten schulischen Schritten überfordert oder bekommt zu wenig Anerkennung, so entsteht bei ihm ein Gefühl der Minderwertigkeit. Es ist zu „schwach“ und zu wenig „begabt“, kann an der Welt der Erwachsenen nicht teilhaben.

Die Rückmeldung der Eltern spielt hier also eine ganz wichtige Rolle. Oft stecken daher hinter Schulproblemen eigentlich familiäre Ursachen: Die Persönlichkeitsstruktur, das Verhalten und die Einstellung der Eltern. Insbesondere eine stark perfektionistische, vielleicht sogar ablehnende Haltung, weil in der Vergangenheit bereits schlechte schulische Leistungen erbracht worden sind, mit denen Sie unzufrieden waren, oder - das andere Extrem - ein zu starkes Verwöhnen Ihres Kindes.
 

Lassen Sie mich das kurz erklären: Wenn Sie selbst zu Perfektionismus neigen und diesen auf Ihre Kinder übertragen - und, Achtung, das passiert auch unbewusst! -, wenn Sie also erwarten, dass Ihr Kind stets sehr gute Leistung erzielt, kann das zu mangelndem Selbstvertrauen Ihres Kindes führen. Ihr Kind wird seine Leistungsgrenzen umso früher erreichen, je höher die Anforderungen sind, die Sie an es stellen. Es kann Ihren Erwartungen nicht gerecht werden. Das senkt die Lernmotivation, denn bei Ihrem Kind stellt sich der Gedanken ein: „Ich bin eh nicht gut genug.“ Kennen wir das nicht von uns? Wenn wir etwas nicht können - oder denken, es nicht zu können - sinkt unsere Motivation, es zu versuchen. Motiviert sind wir immer dann, wenn wir wissen, dass wir etwas tun können. Oder wären Sie motiviert, bei einem Marathonlauf mitzulaufen, wenn sie wissen, dass Sie kaum 500 Meter schaffen?

Nur, wenn ich etwas kann oder davon ausgehe, es zu können, bin ich auch motiviert dazu, es zu versuchen, zu tun. Dann mag ich es sogar.


Das genaue Gegenteil: Eine stark verwöhnende Erziehung kann dazu führen, dass sich Ihr Kind gar nicht mehr anstrengen will. Vor allem, wenn Sie ein sehr intelligentes Kind haben, wird es sich rasch fragen, wozu es sich eigentlich anstrengen soll.

Wie immer gilt hier also: ein gesundes Mittelmaß finden.

Nicht zuletzt spielt auch Ihre aktuelle familiäre Lebenslage eine sehr große Rolle. Haben Sie beispielsweise Probleme in der Ehe, eine Patchwork-Familie, die noch nicht richtig rund läuft, gibt es häufig Streit etc. - Das lenkt ihr Kind ab und belastet es.
 

II. Schulische Ursachen

Es ist allgemein bekannt, dass die Schule starken Einfluss auf unsere Kinder nimmt. Vor Augen sollten wir uns aber führen: Persönlichkeitsbildung geschieht in der Schule vor allem über Anforderung und Leistung. Kinder erfahren ihren „Wert“ über ihre Leistung und die Beurteilung, die sie dafür bekommen. Für dieses System sind Kinder im Idealfall bereits von ihren Eltern und Familien vorbereitet, sind sozusagen „gerüstet“.

Unterrichtliche Bedingungen wie beispielsweise der Erziehungsstoff, die Lehrkräfte, das allgemeine Klima in der Schule und nicht zuletzt die Sozialrolle Ihres Kindes im Klassenverband spielen eine Rolle für seine schulische Leistungen. Das Gefinkelte daran: Sie stehen gleichsam mit ihnen in einer Wechselwirkung. Die Kinder bekommen eine schlechte Note - wenn man so will scheitern sie. Dieses „Versagen“ führt oft zu einer mehrfachen Belastung. Es ist möglich, dass sie ihre LehrerInnen und Eltern enttäuschen. Ebenso wird wahrscheinlich die Sozialrolle innerhalb der Klasse sinken. Manche Kinder neigen dann zu Überkompensation und werden zu „Klassenclowns“, die sich äußerlich nichts anmerken lassen. In Wahrheit aber entwickeln die meisten „Klassenclowns“ Hemmungen und Minderwertigkeitsgefühle.

Durch die Gruppendynamik in der Klasse und die Rückmeldung der Lehrerin/ des Lehrers wiederum werden sie ent-mutigt, sie verlieren den Mut. Das senkt wiederum die Lernmotivation, ruft vielleicht noch eine Abneigung gegen das Lernen hervor - nach dem Motto: „Wieso soll ich das versuchen? Ich kann das sowieso nicht!“ - und die Leistung kann sich nur schwerlich verbessern. Wir sehen dieses Problem übrigens oft auch bei adipösen Kindern. Die täglichen Angriffe und Hänseleien, dazu vielleicht das eigene motorische Ungeschickt, haben oftmals Auswirkungen auf die soziale Stellung, die Motivation und somit die Lernleistung.
 

III. Starke Ablenkbarkeit (Erhöhte Störbarkeit)

Ist Ihr Kind beim Lernen oft unkonzentriert? Dann fragen Sie sich zunächst: Wo lernt Ihr Kind? Lenkt ihn dort etwas ab? Auch soziale Faktoren in der Umwelt Ihres Kindes spielen für die Konzentration eine große Rolle.

Jedes Kind reagiert anders auf Umweltreize und Umweltreize wirken sich bei jedem Kind unterschiedlich stark auf das Leistungsverhalten aus. Manche Kinder haben überhaupt kein Problem damit, ihre Hausübung vor dem laufenden Fernseher zu machen oder während nebenan zwischen den Geschwistern die Fetzen fliegen, während ein anderes Kind sich viel, viel leichter beeindrucken und ablenken lässt. Diese starke Ablenkbarkeit führt - logisch - zu mangelndem Lernvermögen, denn Ihr Kind ist ja abgelenkt. Hinter einer „Störung“ der Aufmerksamkeit liegt somit oft einfach nur starke Ablenkung durch etwas Interessanteres als bspw. den Mathe-Stoff. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Konzentrationsprobleme keine Störungen, sondern haben eine ganz „basale“ Ursache, die es zu finden und beheben gilt.

Beispiele sind in etwa: Arbeit unter Stress (in 5 Minuten muss die Hausübung fertig sein, sonst darf ich nicht Fußball spielen gehen...) unter Druck (ich muss das verstehen, ich muss das können) oder eine Überlastung durch Umweltreize (der Fernseher, der nebenbei läuft, lernen am Fenster mit spannenderen Aussichten als der Lernstoff auf dem Schreibtisch...). Diese Störbarkeit durch sogenannte Störreize ist bei jedem Kind unterschiedlich ausgeprägt. Heißt, nicht alle Kinder, sondern nur einige, reagieren auf belastende Situationen und starke Störreize mit Lernschwierigkeiten.

Übrigens: In den Entwicklungsjahren ist eine gewisse Herabsetzung der Konzentration ganz normal. Nicht zu unterschätzen sind ebenfalls der Ernährungszustand des Kindes sowie Folgeerscheinungen beispielsweise nach einer längeren Krankheit - und darunter zählt auch eine ordentliche Grippe!
 

IV. Klinische Ursachen

Nur sehr wenige Kinder weisen wirklich klinische Ursachen für ihr Lernverhalten auf. Möglich ist es natürlich. Dazu gehören in etwa: Seh-, Hör-, Sprachstörungen, eine tatsächliche Intelligenzminderung sowie Teilleistungsschwächen wie Legasthenie. Zur Erstellung einer individuellen Diagnose kommen spezielle Tests zur Anwendung. Diese können Sie bspw. von KinderpsychologInnen und -psychiaterInnen durchführen lassen.

Wie ist also vorzugehen?

Zusammenfassend kann man sagen: Abgesehen von klinischen Ursachen ist selten eine einzige Ursache der „schuldige“ Faktor für Schulprobleme, sondern ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren.

Da Familien-atmosphärische Faktoren also ebenso eine Rolle spielen, wie die physischen und psychischen Voraussetzungen Ihres Kindes, arbeite ich ganzheitlich - und hole die Familie ins Boot.
 

1.   Wenn ein Kind mit Schulschwierigkeiten zu mir ins Coaching oder die Beratung kommt, gilt der erste Schritt Fragen zu Umfang und Dauer
      der Probleme. Gegebenenfalls werden Sie und Ihr zu einer diagnostischen Austestung gebeten um sicherzustellen, dass keine physischen
      Störungen vorliegen, für die Ihr Kind gar nichts kann.
 

2.   Wenn dies nicht der Fall ist, arbeite ich mit Ihrem Kind gerne an seinen Schulproblemen.
 

3.   Dabei gilt es folgende Faktoren abzuklären:
 

a.   äußerliche schulische Faktoren: Unterrichtsgestaltung, Sozialrolle Ihres Kindes im Klassenverband, Lehrer-Schüler-Verhältnis, etwaige
      Wechsel im Schulmilieu, der tatsächliche Erfolg/Misserfolg
 

b.   äußerliche familiäre Faktoren:  Elternpersönlichkeit (wieviel verlangen Sie Ihrem Kind ab? Welche Haltung steckt dahinter, welches
      Bedürfnis?), Schwierigkeiten innerhalb der Familie, erzieherische Fehlhaltungen, Schuleinstellung, liegt eine Überforderung vor?
 

c.   Das Leistungsverhalten Ihres Kindes: seine Bereitschaft zu lernen, Einstellung zur Schule, Störbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten

 

Gerne bin ich für Sie und ihr Kind da.

Zusammen finden wir eine Lösung, damit Ihr Kind wieder gerne lernt!

 

 

Geben Sie Ihrem Kind die Förderung, die es braucht. Damit Lernen wieder Spaß macht!

 

 


Schulprobleme
Ein Gedankenanstoß zum Thema Lern- und Schulschwierigkeiten

Teil I


Das kennen Sie vielleicht:  Schwierigkeiten beim Lernen, ein unkonzentriertes Kind, Motivationsmangel, Probleme in der Rechtschreibung oder beim Rechnen, anhaltend schlechte Noten, Angst vor Schularbeiten und Tests.
Schulprobleme sind weit verbreitet!

Schwierigkeiten beim Lernen können viele Gründe haben und es erfordert oft viel Zeit und Geduld, um sie in den Griff zu bekommen. Lassen Sie uns in Teil I zunächst einmal das eigentliche Problem näher betrachten.

 

Was bezeichnen wir unter „Lern- und Schulschwierigkeiten“?

Schulschwierigkeiten  sind Probleme, die eine Schülerin oder ein Schüler mit oder in der Schule hat. Sie oder er ist nicht in der Lage, die gestellten Anforderungen zu meistern. So weit so gut. Das „Problem“ beim Thema Schulschwierigkeiten beginnt aber schon mal damit, dass darunter ganz unterschiedliche Sachen verstanden werden. Vom sogenannten generellen Schulversagen, wenn Kinder der schulischen Anforderung allgemein nicht gerecht werden können und fächerübergreifend schlechte Leistungen erbringen, über partielle Leistungsschwächen, die lediglich bestimmte Fächer oder Bereiche betreffen, bis hin zu Schwierigkeiten, die sich (eigentlich) auf das Verhalten des Kindes beziehen. So mancher Elternteil sieht konstante mittelmäßige Leistung schon als „schulisches Problem“ an, während manche erst beginnen, sich Sorgen zu machen, wenn der Klassenaufstieg gefährdet ist. Ihre Einschätzung trägt also wesentlich dazu bei, ob Ihr Kind - in Ihren Augen - Lernschwierigkeiten hat.

Die wichtigste Unterscheidung ist zunächst einmal, ob es sich um Lern- oder Schulschwierigkeiten handelt (oder um beides). Lernschwierigkeiten beziehen sich auf die Leistungsfähigkeit des Kindes, während Schulschwierigkeiten sich eher auf sein Verhalten beziehen - bspw. wenn das Kind eine geringe Anpassungsfähigkeit aufweist.

Wenn ein Kind mit Lern- oder Schulproblemen zu mir in die Beratung kommt, gilt es also zunächst einmal herauszufinden, um was es sich genau handelt und ob vielleicht eine klinische Ursache, wie bspw. eine Intelligenzminderung oder Konzentrationsstörung, zu Grunde liegt. Dabei haben die  wenigsten Schulprobleme wirklich etwas mit dem Intellekt Ihres Kindes zu tun! Oft verstecken sich dahinter „basale“ Gründe wie starke Ablenkung, familiäre Belastungen, Lern- und Leistungsschwächen bspw. durch Überlastung und Müdigkeit, sowie Konzentrationsschwierigkeiten.

 

Was versteht man unter „Konzentrationsschwierigkeiten“?

Konzentrationsschwäche kennen wir alle - von uns selbst. Manchmal will es einfach nicht gelingen, länger aufmerksam bei der Sache zu bleiben. Vielleicht weil wir schlecht geschlafen haben, zu wenig Sauerstoff vorhanden ist, wir unter Stress oder Druck stehen, uns etwas ablenkt oder wir schlicht und einfach einen „schlechten“ Tag haben, wir nicht motiviert sind. So ist es auch bei unseren Kindern. Hier können allerdings auch andere Faktoren eine Rolle spielen wie beispielsweise frühkindliche Überforderungs- oder Angsterlebnisse. Diese treten vor allem dann auf, wenn das Kind den Erwartungen der Eltern nicht entsprechen kann, das heißt, dass überhöhte Anforderungen an es gestellt wurden oder werden - das kann übrigens auch bei verfrühter Einschulung passieren. Beim Kind stellen sich dann Zweifel am eigenen Leistungsvermögen ein. Dadurch sinkt Motivation und Lernfreude. Das begünstigt wiederum eine Konzentrationsschwäche, Leistungs- oder Verhaltensauffälligkeiten. Auch familiäre Bedingungen, das heißt, die Atmosphäre innerhalb der Familie, spielen eine Rolle. Wird zum Beispiel viel gestritten? Ist es allgemein laut und chaotisch? Wichtig: In jeder Familie geht es mal turbulent zu, überall gibt es mal Streit. Es sind hier wirklich, und das sollten wir uns stets vor Augen führen, die dauerhaften Belastungen, die sich auf die Konzentrations- und somit Lernfähigkeit Ihres Kindes auswirken. Ihr Kind spürt Spannungen. Vor allem dann, wenn nicht darüber gesprochen wird, führen diese zu einer sozialen Überforderung Ihres Kindes. Warum? Weil es nicht weiß, wie es damit umgehen soll. Es kommt weniger zur Ruhe, ihm fehlt der geschützte Rückzugspunkt, es ist verunsichert. Wie soll es sich so auf das Lernen oder im Unterricht konzentrieren? Das kann nicht funktionieren.

 

Ab wann sprechen wir von Schulproblemen?

Diese Antwort hängt, wie schon angedeutet, sehr stark von Ihnen ab. Von Ihren Erwartungen an Ihr Kind. Wenn die Noten den elterlichen Erwartungen nicht entsprechen, fällt das für viele Eltern bereits in den Bereich „Schulprobleme“. Je nach Persönlichkeitsstruktur und den eigenen Anforderungen an sich empfinden manche Eltern ein Genügend als herbe Enttäuschung, vor allem dann, wenn sie der Meinung sind, ihr Kind hätte bei mehr Anstrengung eine weitaus bessere Note erreichen können. Wieder andere empfinden ein Genügend als genau das, nämlich: Mein Kind hat genügend gelernt, um den Test, die Schularbeit etc. zu bestehen. Auch das Schulsystem spielt eine erhebliche Rolle, denn die Sorge mancher Eltern ist durchaus berechtigt: Der Notendurchschnitt entscheidet über die weiterführende Schulform und somit über die Zukunft Ihres Kindes. 

Der Lernerfolg wird so zu einem zentralen Problem der kindlichen Entwicklung und oft zu einer doppelten Belastung für das Kind: Einerseits  die soziale Rückmeldung, heißt, die Rückmeldung der LehrerInnen, in der Klasse, in der Familie. Vor allem wenn es bereits schultüchtige Geschwister gibt, erfolgt durch das Versagen Ihres Kindes vielleicht eine Einstellungsänderung zu Ihrem Kind. Das passiert oft unbewusst, Sie wollen das vielleicht gar nicht. Doch was bedeutet das? Ihr Kind spürt sehr genau, wenn Sie von seiner Leistung enttäuscht sind - ob Sie es ihm verbal oder nonverbal mitteilen. Und auch in der Schulklasse kann sich die soziale Stellung des Kindes ändern, und nur selten führen schulische Schwächen zu einer Besserung der sozialen Stellung innerhalb der Klasse.

Auch das eigene Versagen ist für Kinder schwer. Lassen Sie sich nicht täuschen. Oft lassen Kinder es sich nicht anmerken oder gehen in eine Abwehrhaltung und tun so, als wäre ihnen ihre Note egal. Bei den wenigsten trifft das zu. Kinder bekommen sehr gut mit, dass sie nicht den Erwartungen entsprochen haben oder - im Gegenteil - „wieder einmal“ die bereits erwartete schlechte Note bekommen haben. Das zehrt!

 

Ganz wichtig: Geben Sie Ihrem Kind auch bei schlechten Noten und Misserfolgen das Gefühl, dass Sie es lieben und dass die schlechte Note nichts an Ihrer Liebe ändert!

Wie wir in Teil II sehen werden: Es gibt zahlreiche Gründe dafür, weshalb Ihr Sprössling keine Bestleistung abgeliefert hat, und in den seltensten Fällen liegt dabei eine klinische Ursache vor.

 
 


Wenn psychisch und physisch bereitgestellt ist, dass Ihr Kind grundsätzlich gute Leistungen erbringen kann, so bleibt die Frage: Was hält es davon ab? Daher wenden wir uns in Teil II einigen Ursachen für schulische Probleme zu.

Dazu werden wir uns vor Augen führen, was schulischen Erfolg ausmacht und was wie auf Ihr Kind wirkt.


 

 

 
     

 

 

 


 


Die Wurzeln und die Flügel

Es gibt ein Zitat, das mich immer wieder aufs Neue berührt, weil es in so kompakter Form so viel aussagt. Es ist ein recht bekanntes Zitat und lautet:

„Solange Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel."

Es ist nicht einmal bekannt, wer diese Zeilen verfasst hat - Zugeschrieben werden sie oft Johann Wolfgang von Goethe, aber auch der deutsch-französische Arzt, Theologe und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer ist ein möglicher Verfasser.
Ein ähnliches Zitat ist aus Indien überliefert und lautet:
 

„Sind die Kinder klein, müssen wir ihnen helfen, Wurzeln zu fassen. Sind sie aber groß geworden, müssen wir ihnen Flügel schenken.“

Wurzeln und Flügel – Wieso ist das so wichtig? Wurzeln brauchen wir, um verankert zu sein. Wir brauchen sie, um standfest sein zu können, um Sicherheit und Geborgenheit in uns zu tragen. Sie bilden so unsere Basis für ein selbstbestimmtes Leben - in Freiheit, Selbstvertrauen und Eigenverantwortung. Flügel bedeuten für mich: Entfaltung, Träumen, das Gefühl, dass alles möglich ist. Kindern Flügel zu geben bedeutet aber immer auch, sie loszulassen. Es heißt: Meinen Kindern ihren Weg gehen zu lassen. - Oft eines der schwersten Dinge für Eltern.

Übrigens: Auch für das eigene, „erwachsene“ Leben gilt: Es ist nie zu spät, seine Wurzeln in sich aufzuspüren und sich selbst Flügel zu geben.
 

 


Wozu Jugendcoaching?

Jugendcoaching und Jugendberatung können in vielen Situationen helfen, vor allem aber wenn eine Entscheidung ansteht, bei Orientierungslosigkeit und Sinnlosigkeitsgefühlen. Es hilft dabei, die eigenen Werte kennenzulernen, Bewusstsein für sich zu schaffen und den Selbstwert zu steigern, das heißt selbstbestimmter und glücklicher zu leben. Was will ich für mein Leben?

In der Existenzanalyse wird der Mensch nicht als Ergebnis innerpsychischer Prozesse oder umweltlicher Einflüsse angesehen, sondern als ein Wesen, das sich in dem, was im Leben zählt, selbst gestalten kann. Daher sind Werte, Beziehung, Freiheit in der Entscheidung, Verantwortung und Gewissen wichtige Grundbegriffe, die alle in den Schlüsselbegriff müden: dem Sinn im Leben.
 

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© Barbara Grütze    

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